Düsseldorf

Frühstücks-Glück: Die 20 gemütlichsten Spots für Eggs Benedict und Avocado-Toast

Wer in Düsseldorf den Tag beginnt, hat die Qual der Wahl zwischen rheinischer Gemütlichkeit und urbanem Schick. Ob perfekt gestockte Eier oder cremig aufgeschlagene Avocado auf Sauerteig, die Stadt serviert Morgengenuss auf hohem Niveau.

Düsseldorf  |  Essen, Trinken & Nachtleben
Lesezeit: ca. 10 Min.
Kommentare
Teilen
Facebook
Pocket
E-Mail
0
Kommentare
Facebook
Pocket
E-Mail
Zwischenablage

Düsseldorf ist eine Stadt, die das Frühstück zelebriert, als wäre es eine eigene Kunstform. Wenn die ersten Sonnenstrahlen auf die Fassaden in Flingern fallen oder der Nebel noch über dem Rhein bei Oberkassel hängt, beginnt in den Cafés der Stadt ein emsiges Treiben. Man trifft sich nicht einfach nur zum Essen; man zelebriert den Start in den Tag. Auffällig ist dabei, dass die klassische Schrippe mit Butter und Marmelade längst Konkurrenz von internationalen Trends bekommen hat. Eggs Benedict, jene amerikanische Spezialität aus pochierten Eiern und Sauce Hollandaise, sind mittlerweile fast überall zu finden, oft mit einem lokalen oder modernen Twist. Auch der Avocado-Toast hat seinen festen Platz auf den Speisekarten zwischen Carlsplatz und Lorettostraße gefunden.

Spannend ist die Beobachtung, dass sich jedes Viertel seine eigene Frühstückskultur bewahrt hat. Während es in Unterbilk eher hip und minimalistisch zugeht, pflegt Oberkassel eine gediegene Eleganz, bei der das Silbertablett zum guten Ton gehört. In Flingern wiederum sitzt du oft in Hinterhöfen oder zwischen Vintage-Möbeln und genießt handwerklich perfekt gebackenes Brot. Der Duft von frisch gerösteten Kaffeebohnen liegt dabei fast immer in der Luft, denn die Stadt hat eine beachtliche Dichte an eigenen Röstereien entwickelt. Wer hier frühstückt, nimmt sich Zeit. Ein schnelles Croissant auf die Faust ist zwar möglich, aber eigentlich geht es um das Verweilen, das Beobachten der Passanten und das langsame Wachwerden.

Kurz & Kompakt
  • Reservierung: In beliebten Spots wie Café Buur oder Soulbrunch ist eine Reservierung am Wochenende fast unmöglich oder zwingend erforderlich; frühzeitiges Erscheinen oder Wartezeit einplanen ist hier oft die einzige Option.
  • Vielfalt: Düsseldorf bietet eine überdurchschnittlich hohe Dichte an Cafés mit Fokus auf Milchalternativen (Hafer, Mandel, Erbse) und vegetarischen/veganen Optionen, insbesondere in den Stadtteilen Unterbilk und Flingern.
  • Bargeld: Obwohl die Kartenzahlung fast überall Standard ist, gibt es in kleineren Cafés oder in Hinterhof-Bistros gelegentlich noch die Regel "Nur Bares ist Wahres" – ein kurzer Blick auf das Schild am Eingang spart Peinlichkeiten.
  • All-Day-Breakfast: Viele Cafés in Düsseldorf haben den Trend erkannt und bieten Frühstück bis 16 Uhr oder sogar 18 Uhr an, ideal für Langschläfer und Schichtarbeiter.

Die Klassiker und Instagram-Hotspots

Ein Name, der in keinem Gespräch über Frühstück in der Landeshauptstadt fehlen darf, ist das Café Buur in der Friedrichstraße 120. Dass es hier voll wird, ist fast eine Untertreibung, besonders an den Wochenenden bilden sich oft Menschentrauben vor der Tür. Der Hype ist jedoch nicht unbegründet. Die Küche schafft es, internationale Klassiker mit einer ordentlichen Portion Kreativität zu mischen. Besonders die Eggs Benedict mit Sucuk, einer würzigen Knoblauchwurst, zeigen, wie gut Orient und Okzident auf einem Teller harmonieren. Die Portionen sind üppig, die Anrichtung erinnert fast an ein Stillleben. Wer es lieber süß mag, sollte sich an die Pancakes wagen, die hier gerne mit Nutella-Spritzern verziert werden. Es ist ein Ort für Leute, die das Treiben lieben und kein Problem damit haben, dass ihr Frühstück erst einmal fotografiert wird, bevor die Gabel zum Einsatz kommt.

Nicht weit entfernt, in der Karl-Geusen-Straße 167 oder an der Münsterstraße 261, wartet die Cloud Kitchen. Auch hier spielen die Eggs Benedict eine Hauptrolle, allerdings in einer sehr eigenwilligen und köstlichen Kombination mit rosa Hummus. Die Farbe auf dem Teller macht direkt gute Laune, und die Konsistenz der Hollandaise ist so, wie sie sein muss: samtig, cremig und mit genau der richtigen Menge Fett, um die Geschmacksnerven zu kitzeln. Wer eher auf der Suche nach Vitaminen ist, findet hier eine Auswahl an Bowls und Smoothies, die farblich mit den Pancake-Stacks um die Wette eifern. Die Terrasse ist im Sommer ein echtes Pfund, um die städtische Atmosphäre bei einem ausgedehnten Brunch aufzusaugen.

Unterbilk: Das Mekka für Avocado-Liebhaber

Wenn es ein Viertel gibt, das den Trend zum gesunden, ästhetischen Frühstück perfektioniert hat, dann ist es Unterbilk. In der Lorettostraße 54 befindet sich das Greentrees, ein Ort, der sich ganz dem Wohlbefinden verschrieben hat. Schon beim Betreten strömt einem ein Duft entgegen, der nach gesundem Lifestyle riecht – eine Mischung aus frischem Kaffee, Holz und dem Aroma grüner Säfte. Das Avocadobrot hier ist für viele das Maß aller Dinge in Düsseldorf. Es ist zitronig frisch, die Avocado perfekt gereift und das pochierte Ei obenauf sorgt für den entscheidenden Moment, wenn das Eigelb langsam über das Brot läuft. Der Minimalismus des Interieurs lenkt dabei nicht vom Wesentlichen ab: dem Essen. Neben dem Toast sind die Acai Bowl und die veganen Pancakes mit Kokosflocken echte Empfehlungen für alle, die ohne Reue schlemmen wollen.

Nur ein paar Häuser weiter, in der Lorettostraße 7, verfolgt The Seven Sundays ein anderes, aber ebenso erfolgreiches Konzept. Hier wird Frühstück den ganzen Tag gelebt. Wer erst um 15 Uhr Lust auf einen Breakfast Burrito mit Chorizo, Cheddar und Avocadostampf hat, ist hier genau richtig. Das Ambiente erinnert an einen modernen American Diner, aber ohne den Kitsch. Die Pancake-Variationen wie der „Canadian Dream Forest" sind mächtig und machen glücklich. Es ist die Art von Ort, an der man nach einer langen Nacht in der Altstadt einkehrt, um die Lebensgeister mit herzhaften Kombinationen wiederzuerwecken. Alles ist bunt, alles ist fotogen, aber vor allem schmeckt es ehrlich.

Wer es etwas intimer mag, sollte das Covent Garden in der Bilker Allee 126 ansteuern. Der Laden ist klein, versprüht aber einen enormen Londoner Charme. Es gibt nur wenige Plätze, was den Besuch exklusiv und persönlich macht. Das Team hier liebt Details, was man dem Avocado-Toast ansieht. Er ist cremig und wird oft mit frischem Rucola und hausgemachter Remoulade kombiniert. An warmen Tagen ist die winzige Terrasse ein Logenplatz, um das Leben im Viertel an sich vorbeiziehen zu lassen. Man fühlt sich hier weniger wie in einem Café, sondern eher wie zu Besuch bei Freunden, die zufällig verdammt gute Sandwiches machen können.

Soulfood und Boheme in Pempelfort und Flingern

Im Nord Carree 11 findet sich mit dem Soulbrunch ein echtes Juwel für Ästheten. Das Boho-Design mit viel Holz und warmen Farbtönen erzeugt sofort eine entspannte Stimmung. Hier wird das Thema Eggs Benedict noch einmal anders interpretiert: auf fluffigem Brioche mit Bresaola und einem Pesto aus Minze und Basilikum. Diese Kombination ist ungewöhnlich, aber geschmacklich eine Wucht. Die Preise liegen hier im oberen Segment, aber die Qualität der Zutaten und die Liebe zum Detail rechtfertigen den Preis. Wie so oft bei den guten Adressen in Düsseldorf, muss man am Wochenende mit Wartezeiten rechnen, aber der French Toast mit Haselnusscreme tröstet über jede Minute Stehen hinweg.

In Flingern zeigt sich die Stadt von ihrer künstlerischen und etwas versteckten Seite. Das Bulle Bistro in der Birkenstraße 47A ist so ein Ort, den man erst einmal finden muss. Es liegt in einem Hinterhof, umgeben von Ateliers und Werkstätten. Hier steht das Handwerk im Vordergrund. Das Brot kommt direkt aus der eigenen Bäckerei, und das schmeckt man. Die Rahmbrote sind eine Spezialität, die man sonst selten findet – warm, würzig und sättigend. Im Sommer sitzt man auf der verwunschenen Terrasse und vergisst fast, dass man mitten in einer Großstadt ist. Der Kaffee aus eigener Röstung ist kräftig und bildet den perfekten Gegenpart zu den hausgemachten Marmeladen und dem Bauernkäse.

Ebenfalls in Flingern, an der Ackerstraße 106, liegt das Beethoven. Es ist eine Institution, die weniger auf Trends setzt, sondern auf Beständigkeit und Geselligkeit. Das English Breakfast ist hier eine sichere Bank, ebenso wie der „Stramme Lars" mit Räucherlachs. Besonders hervorzuheben ist die große Außenterrasse. Es ist einer der Plätze, an denen man morgens mit der Zeitung beginnt und plötzlich merkt, dass es schon Mittag ist, weil die Atmosphäre so unaufgeregt und freundlich ist. Hier mischen sich alteingesessene Flingeraner mit jungen Familien und Kreativen.

Zwischen Markttrubel und japanischem Flair

Der Carlsplatz ist das kulinarische Herz Düsseldorfs, und mitten drin liegt Laura's Deli. Die Lage direkt am Markt sorgt dafür, dass die Zutaten frischer nicht sein könnten. Hier frühstückt man achtsam. Ob pochierte Eier mit Avocado oder ein veganer Chia-Pudding – alles wirkt leicht und gesund. Der Cappuccino mit Mandelmilch ist hier fast schon Standard. Es ist der ideale Ort für ein schnelles, aber hochwertiges Frühstück, bevor man sich in das Getümmel des Marktes stürzt oder seine Einkäufe erledigt.

Ebenfalls am Carlsplatz, aber mit etwas mehr Loft-Atmosphäre, bietet das Loft Marktrestaurant (Stand VK 4) eine spannende Mischung. Die Platten mit Aufschnitt von der Traditionsmetzgerei Schlösser bringen lokale Bodenständigkeit auf den Tisch, während die Avocado Powersmash Stulle den modernen Zeitgeist bedient. Es ist diese Kombination aus Marktnähe und modernem Design, die das Frühstücken hier so kurzweilig macht.

Ein ganz besonderes Erlebnis bietet das Café Soboro. Mit Standorten in der Neustraße 21 (Altstadt) und der Stresemannstraße 18 (Little Tokyo) bringt es koreanische Backkunst nach Düsseldorf. Die Eggdrop-Sandwiches sind eine Offenbarung: Das Weißbrot wird in Butter getoastet und mit einem fast schon unverschämt cremigen Rührei gefüllt. Wer einmal die Variante mit Bulgogi oder Avocado probiert hat, versteht, warum die Schlange vor dem Laden oft bis auf die Straße reicht. Es ist ein schnelles Frühstück, aber eines, das man so schnell nicht vergisst.

Gemütlichkeit und Kaffeekunst auf beiden Rheinseiten

Auf der linksrheinischen Seite, im schicken Oberkassel, wartet das Café Muggel in der Dominikanerstraße 4. Wer hohe Decken, alte Gemälde und ein rustikales Ambiente liebt, wird sich hier sofort wohlfühlen. Es ist eine echte Institution, in der Jung und Alt nebeneinandersitzen. Die Omelettes sind hier handwerklich perfekt, und die Atmosphäre ist so gemütlich, dass man auch alleine mit einem Buch stundenlang verweilen kann. In Oberkassel findet man zudem Momania Sweet & Style in der Drakestraße 2. Es ist eine Mischung aus Concept Store und Café. Ein Frühstück von der Etagere oder ein Eggs Benedict Bagel mit Lachs schmecken in der nostalgischen Umgebung besonders gut. Und für den Rückweg über die Brücke sollte man sich unbedingt eines der Törtchen oder bunte Macarons einpacken lassen.

Wer seinen Fokus primär auf den Kaffee legt, kommt an Dritan Alsela nicht vorbei. An der Schlüterstraße 3a oder in der Roastery an der Hansaallee 321 gibt es nicht nur Weltklasse-Latte-Art, sondern auch ein Frühstück, das sich gewaschen hat. Das mediterrane Frühstück mit Feta und Gemüse ist eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Verdächtigen. Legendär ist das Frühstück für zwei Personen, das so ziemlich alles beinhaltet, was man sich morgens wünschen kann. Hier merkt man die Leidenschaft für das Produkt in jeder Kleinigkeit.

Zum Abschluss lohnt sich ein Blick in die Friedrichstadt und nach Oberbilk. Lina's Coffee Brew Bar am Fürstenplatz 1 ist eine wahre Oase. Wer auf Kuhmilch verzichten möchte, findet hier ein Paradies an Alternativen. Die Avocado-Toasts mit Feta sind hier besonders beliebt. Im dreiRaum Bistro in der Volksgartenstraße 15 geht es etwas ruhiger und versteckter zu. Das Veggie-Frühstück mit Obstsalat und feinen Käsesorten ist ehrlich und gut. Wer hingegen in einer ehemaligen Tankstelle frühstücken möchte, sollte ins Velvet in der Stresemannstraße 8 gehen. Das Eggs Benedict auf Sauerteigbrot der Bulle Bäckerei, verfeinert mit Salbeibutter, ist eine kleine geschmackliche Sensation. Der krönende Abschluss eines jeden Düsseldorfer Frühstücksmarathons ist dort der mächtige Apfel-Pfannkuchen mit Zimt und Zucker.

Schreibe einen Kommentar
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu schreiben.
 
Du 

Bisher keine Kommentare
Entdecke mehr:
Nach oben scrollen