Köln

S-Bahn, Taxi oder Bus? Der schnellste Weg vom Flughafen Köln/Bonn in die City

Du bist gelandet, der Koffer ist da und der Dom wartet. Jetzt bloß nicht die falsche Bahn nach Bonn nehmen oder im Stau auf der A59 steckenbleiben. Hier steht, wie der Transfer in die Stadt wirklich funktioniert.

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Zwischenablage

Wenn du am Flughafen Köln/Bonn (CGN) aus dem Flieger steigst, fällt dir wahrscheinlich zuerst die Architektur auf. Oder auch nicht, je nachdem, wie müde du bist. Aber diese rohen Betonstrukturen, die aussehen wie riesige Waben, sind so etwas wie das Markenzeichen dieses Airports. Man liebt es oder man findet es scheußlich. Dazwischen gibt es eigentlich nichts. Was aber objektiv stimmt: Der Flughafen ist überschaubar. Anders als in Frankfurt läufst du dir hier keine Blasen an die Füße, bis du am Gepäckband stehst.

Du willst in die Stadt. Das wollen fast alle hier. Köln liegt praktischerweise nur knapp 15 Kilometer nordwestlich. Das klingt nach einem Katzensprung. Ist es meistens auch. Aber wer sich blind auf "wird schon irgendein Bus fahren" verlässt, landet vielleicht in Porz-Wahn oder auf der falschen Rheinseite. Und das will nun wirklich niemand, der eigentlich zum Heumarkt oder in das Belgische Viertel möchte.

Kurz & Kompakt
  • Bahn (S19, RE6, RB27): Der Königsweg. Fährt im Tiefgeschoss ab. Dauer ca. 15 Min. zum Hbf. Ticket: Preisstufe 1b oder 24h-Ticket.
  • Taxi: Kostet ca. 35–50 €. Bequem, aber Staugefahr auf der A59. Standplätze direkt vor T1 und T2.
  • Ticket-Tipp: Die Automaten der KVB/DB akzeptieren Bargeld und Karten. Am besten direkt ein Tagesticket kaufen, wenn noch weitere Fahrten geplant sind.
  • Achtung beim Bus: Der SB60 fährt nach Bonn, nicht nach Köln! Die Linie 161 ist für Touristen meist uninteressant.

Der Schienenweg: Unterirdisch, aber unschlagbar

Fangen wir mit der Option an, die für gut 90 Prozent aller Reisenden die sinnvollste ist. Die Bahn. Der Flughafenbahnhof liegt direkt unter den Terminals. Du musst das Gebäude nicht einmal verlassen. Folge einfach den Schildern mit dem großen "S" im grünen Kreis oder dem DB-Logo. Es geht tief nach unten. Der Bahnhof selbst ist ein düsterer Ort, viel grauer Sichtbeton, künstliches Licht, es zieht eigentlich immer ein bisschen. Aber er ist effizient.

Hier fahren S-Bahnen und Regionalzüge. Dein Ziel ist meistens der "Köln Hauptbahnhof" (Hbf). Manchmal reicht auch "Köln Messe/Deutz", wenn dein Hotel auf der rechten Rheinseite liegt, der sogenannten "Schäl Sick".

Die wichtigste Linie ist die S19. Sie fährt tagsüber alle 20 Minuten und braucht etwa 14 bis 15 Minuten bis zum Hauptbahnhof. Alternativ kannst du den RB27 oder den RE6 (Rhein-Weser-Express) nehmen. Der RE6 ist oft ein Doppelstockzug, bietet mehr Platz für Koffer und ist gefühlt einen Ticken schneller, weil er weniger oft hält. Die S-Bahn hält öfter, zum Beispiel an der Trimbornstraße, was für manche Unterkünfte in Kalk interessant sein kann.

Vorsicht am Gleis: Schau auf die Anzeige. Züge in die Gegenrichtung fahren nach Troisdorf, Siegburg oder Bonn-Beuel. Da willst du nicht hin. Bonn ist schön, keine Frage, aber wenn du den Dom sehen willst, ist das die falsche Richtung.

Der Endgegner: Der Fahrscheinautomat

Bevor du in die Bahn steigst, brauchst du ein Ticket. Die roten Automaten der Deutschen Bahn oder die orange-grauen der KVB stehen am Bahnsteig und oben im Verteilermangel. Das Tarifsystem im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) ist für Auswärtige oft ein Buch mit sieben Siegeln. Du brauchst die Preisstufe 1b. Oft steht da einfach "Einzelticket Erwachsene". Es kostet derzeit um die 3 Euro und ein paar Zerquetschte. Kleingeld ist gut, Karte geht meistens auch, aber manchmal zicken die Dinger bei ausländischen Kreditkarten.

Falls du vorhast, am selben Tag noch mehr in Köln herumzufahren, lohnt sich das 24-Stunden-Ticket fast immer. Es kostet kaum mehr als zwei Einzelfahrten. Kauf das Ding, stempel es ab (wichtig, sonst gilt es als Schwarzfahren und das kostet 60 Euro und Nerven), und gut ist.

Die Aussicht bei der Ankunft

Das Beste an der Bahnfahrt ist der Schlussakkord. Zuerst siehst du Industriegebiete, Hinterhöfe von Kalk, dann den Bahnhof Deutz. Und dann fährt der Zug langsam auf die Hohenzollernbrücke. Wenn du rechts aus dem Fenster schaust, siehst du ihn: den Dom. Groß, dunkel, mächtig. Direkt neben den Gleisen. Das ist der Moment, wo man wirklich ankommt. Das Quietschen der Bremsen im Hauptbahnhof ist dann der Soundtrack dazu.

Das Taxi: Teuer und staugefährdet

Vielleicht hast du viel Gepäck. Oder einfach keine Lust auf Menschenmassen in der S-Bahn, die zur Rushhour rappelvoll sein kann. Dann gehst du vor das Terminal 1 oder 2. Da stehen sie, die beigen Mercedes-Limousinen, in Reih und Glied. Ein Taxi in die Innenstadt kostet pauschalisiert selten unter 35 Euro, oft eher Richtung 40 oder 50 Euro, je nach genauem Ziel und Verkehrslage.

Der Haken ist die A59. Das ist die Stadtautobahn, die den Flughafen mit der Stadt verbindet. Sie ist notorisch verstopft. Wenn es regnet oder Feierabendverkehr ist, stehst du. Dann schaust du auf den Taxameter, wie die Euros hochklettern, während draußen der Verkehr steht. Der Taxifahrer wird dir wahrscheinlich ungefragt seine Meinung zum 1. FC Köln oder zur Kölner Stadtverwaltung mitteilen. Das gehört zum lokalen Kolorit. Wenn die Autobahn frei ist, bist du in 20 Minuten am Hotel. Wenn nicht, dauert es locker 45. Zeitersparnis gegenüber der Bahn? Selten.

Der Bus: Die große Falle

Immer wieder liest man in alten Reiseführern vom Flughafenbus. Vergiss das für die Fahrt nach Köln-Zentrum. Es gibt den Schnellbus SB60, aber der fährt nach Bonn Hauptbahnhof. Er ist super, wenn du nach Bonn willst. Wenn du nach Köln steigst, machst du eine unfreiwillige Stadtrundfahrt durch die falsche Stadt.

Es gibt noch die Linie 161. Die fährt nach Porz Markt. Von dort könntest du in die Straßenbahn Linie 7 umsteigen. Das ist aber eine Weltreise für jemanden, der sich nicht auskennt. Du würdest Ewigkeiten durch Vororte zuckeln. Nimm den Bus nur, wenn du in einem der Flughafenhotels in Wahn übernachtest oder ein spezielles Ziel im Kölner Südosten hast.

Mietwagen und Carsharing: Für die Unabhängigen

Du willst selbst fahren? Im Parkhaus P2 (und teilweise P32 für Carsharing) findest du die üblichen Verdächtigen. Sixt, Europcar, Avis. Dazu Carsharing-Anbieter wie Miles oder ShareNow. Das Angebot ist solide. Der Weg vom Terminal zum Parkhaus ist etwas verschlungen, die Beschilderung ist okay, aber man muss aufpassen.

Ein Auto in Köln selbst ist allerdings oft eher ein Klotz am Bein als eine Hilfe. Parkplätze in der Innenstadt sind rar und teuer. Parkhäuser kosten gerne mal 2,50 Euro pro Stunde oder mehr. Viele Hotels nehmen 20 Euro pro Nacht für den Stellplatz. Wenn du also nicht planst, Ausflüge in die Eifel oder ins Bergische Land zu machen, lass das Auto stehen. In Köln kommt man zu Fuß oder mit der KVB (Kölner Verkehrs-Betriebe) besser voran.

Pragmatismus siegt

Köln ist eine pragmatische Stadt. Man macht nicht viel Aufhebens um Dinge, die einfach funktionieren sollen. Genauso ist der Flughafentransfer. Die S-Bahn oder der Regionalexpress sind der Goldstandard. Es geht schnell, ist günstig und bietet beim Überqueren des Rheins das schönste Panorama, das man für gut 3 Euro kaufen kann.

Nimm das Taxi nur, wenn dein Chef zahlt oder dein Koffer so schwer ist, dass du ihn keine Treppen tragen kannst (wobei es am Bahnhof Aufzüge gibt, die meistens sogar funktionieren – manchmal riechen sie zwar etwas streng, aber sie fahren). Spar dir den Bus. Und genieß den ersten Blick auf den Dom. Den vergisst man nämlich nicht so schnell.

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