Hamburg

Die 10 besten Strandbars an der Elbe: Füße im Sand und Caipi in der Hand (StrandPauli & Co)

Echte Hamburger wissen: Der Sommer findet an der Wasserkante statt. Wenn die dicken Pötte vorbeiziehen und der Sand zwischen den Zehen knirscht, ist der Alltag ganz weit weg. Hier sind die besten Spots für ein Kaltgetränk mit Hafenpanorama.

Hamburg  |  Essen, Trinken & Nachtleben
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Zwischenablage

Kurz & Kompakt
  • Anreise-Hack: Nutze statt teurer Hafenrundfahrten die HVV-Fähre 62 (Landungsbrücken - Finkenwerder). Du zahlst nur den normalen Ticketpreis und kommst direkt an Övelgönne vorbei.
  • Dresscode: In Hamburger Strandbars gilt das "Zwiebelprinzip". Auch wenn mittags die Sonne knallt, kann es abends durch die Elbbrise empfindlich kühl werden. Ein Hoodie im Rucksack schadet nie.
  • Timing ist alles: An sonnigen Wochenenden sind Plätze in der ersten Reihe begehrt. Sei entweder vor 14 Uhr da oder versuche dein Glück erst wieder nach 19 Uhr, wenn die ersten Tagestouristen abziehen.
  • Bargeld-Check: Obwohl Hamburg moderner wird, bevorzugen einige der kleineren Kioske am Elbstrand immer noch Bargeld oder haben einen Mindestumsatz für Kartenzahlung. Hab lieber ein paar Scheine dabei.

Das Urgestein am Hafenrand: StrandPauli

Man schreibt das Jahr 2004, als in Hamburg etwas passierte, das heute als Geburtsstunde der modernen Elbstrand-Kultur gilt. StrandPauli öffnete seine Pforten und ist seitdem nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken. Es ist ein herrlich zusammengewürfelter Ort. Überall stehen Palmen in Kübeln, hängen Lichterketten und stehen Vintage-Möbel im Sand herum. Wer hier sitzt, blickt direkt auf die riesigen Schwimm- und Trockendocks von Blohm+Voss. Es ist schon ein spezielles Schauspiel, wenn eine Megayacht, die Millionen gekostet hat, zur Überholung in das Dock 10 geschoben wird, während du dir genüsslich ein Stück Bio-Pizza in den Mund schiebst.

Was StrandPauli von manch anderer hippen Location unterscheidet, ist die Konsequenz beim Thema Nachhaltigkeit. Der Strom für die Musikanlage und die Kühlschränke wird teils selbst erzeugt, die Zutaten in der Küche kommen aus zertifizierten Bio-Betrieben. Das schmeckt man einfach. Ein Highlight ist das Deluxe-Frühstück am Wochenende, bei dem man schon früh die Nase in die Elbbrise halten kann. Und wenn es draußen ungemütlich wird, verwandelt sich das Ganze in die Hacienda. Dann gibt es Fondue in beheizter Atmosphäre, was diesen Ort auch im Hamburger Schietwetter zu einer sicheren Bank macht. Die Adresse St. Pauli Hafenstraße 89 sollte man sich definitiv im Handy speichern.

Höhenflug auf dem Parkdeck: Dock 3 Beachclub

Ein paar Meter weiter östlich, direkt bei den St. Pauli-Landungsbrücken, wartet eine Überraschung auf einem Dach. Der Dock 3 Beachclub thront auf dem Parkdeck der Landungsbrücken, direkt über dem Eingang zum Alten Elbtunnel. Man läuft erst einmal ein paar Treppen hoch und fragt sich, ob man richtig ist, bis sich plötzlich eine 800 Quadratmeter große Sandfläche auftut. Der Blick von hier oben ist unverbaubar. Man ist nah genug dran, um das Tuckern der Hafenfähren zu hören, aber hoch genug, um über die Köpfe der Touristenmassen hinwegzusehen.

Oft wird gewitzelt, dass man den Passagieren auf den riesigen Kreuzfahrtschiffen, die hier zentimetergenau vorbeimanövriert werden, fast das Glas aus der Hand nehmen könnte. Die Stimmung ist locker, die Leute fläzen in Hängematten oder auf klassischen Liegestühlen. Kulinarisch setzt das Team auf eine solide Mischung aus Burgern, Buddha Bowls und Pizza. Da es sich um Selbstbedienung handelt, muss man für seinen Drink zwar kurz aufstehen, aber der Weg zum Tresen führt ja durch weichen Sand, das fühlt sich also kaum wie Arbeit an. Ein kühles Bier in der Hand und der Blick auf die Elbe, das ist Hamburg pur.

Kultstatus in Övelgönne: Die Strandperle

Es gibt Orte, die man nicht erklären muss, man muss sie einfach spüren. Die Strandperle in Övelgönne ist so eine Institution. Wer hier noch nie ein kühles Astra getrunken hat, hat Hamburg nicht wirklich kennengelernt. Es ist kein schicker Beachclub mit Designer-Lounges, sondern im Kern ein kleiner, charmanter Kiosk direkt am öffentlichen Elbstrand. Hier mischen sich die Generationen: Familien mit grabenden Kindern, rüstige Rentner bei ihrer täglichen Wanderung und junge Leute, die den Feierabend genießen. Es riecht nach Salz, Elbwasser und frisch gebratenem Fisch.

Die Speisekarte ist eine Liebeserklärung an den Norden. Matjes, Labskaus oder ein klassisches Fischbrötchen gehören hier einfach dazu. Morgens gibt es ein unaufgeregtes Frühstück, mittags den sogenannten Övelgönner Mittagstisch. Wer etwas zu feiern hat, kann den oberen Raum mieten, was besonders für Hochzeiten im kleinen Kreis sehr beliebt ist. Der Weg dorthin ist schon die halbe Miete. Man nimmt am besten die Fähre 62 ab Landungsbrücken bis Neumühlen und läuft dann ein Stück am Wasser entlang. Der Blick auf die Containerbrücken gegenüber ist besonders bei Sonnenuntergang unbezahlbar, wenn das Licht die Stahlkolosse in Gold taucht.

Bio-Genuss mit Weitblick: AHOI Strandkiosk

Nur einen Steinwurf von der Strandperle entfernt, findet sich das AHOI. Inhaber Vullnet Rusani hat hier 2010 einen Ort geschaffen, der sich als entspanntes Gegengewicht zum Trubel versteht. Hier geht es eine Nuance ruhiger zu, aber nicht weniger herzlich. Das AHOI legt großen Wert auf Qualität. Die Snacks sind bio-zertifiziert, die Kuchen hausgemacht und die Cocktails werden mit Liebe gemischt. Es ist dieser Mix aus Bodenständigkeit und Anspruch, der diesen Kiosk so sympathisch macht.

Besonders schön ist, dass das AHOI ganzjährig geöffnet hat. Im Sommer geht es schon um 8 Uhr morgens los, perfekt für alle, die nach einer Joggingrunde an der Elbe einen vernünftigen Kaffee brauchen. Im Winter sind die Zeiten zwar etwas reduziert, aber ein heißer Punsch mit Blick auf die vorbeiziehenden Containerschiffe hat seinen ganz eigenen Reiz. Man sitzt hier und beobachtet die Gezeiten, das Wasser steigt und fällt, und plötzlich ist die Zeit völlig nebensächlich. Es ist ein Ort für Leute, die keine Lust auf künstliches Spektakel haben, sondern das echte Hamburg suchen.

Viel Platz zum Atmen: Sonnendeck St. Pauli

Wer es lieber etwas weitläufiger mag, sollte das Sonnendeck St. Pauli ansteuern. Mit stolzen 2.000 Quadratmetern ist dieser Beachclub der "große Bruder" in der Nachbarschaft der Landungsbrücken. Gedränge gibt es hier selten, dafür umso mehr Platz, um sich richtig auszubreiten. Die Infrastruktur ist modern, es gibt einen großen überdachten Bereich für Events und eine Bar, die keine Wünsche offen lässt. Wenn man Glück hat, erwischt man am Wochenende einen Slot, wenn ein DJ auflegt und die Stimmung langsam von Entspannung in Party-Modus umschlägt.

Die Foodcrew wechselt immer mal wieder, sodass es kulinarisch nie langweilig wird. Ob Wein, Bier oder ein gut gemischter Drink, die Qualität stimmt. Beeindruckend ist die Kapazität. Man kann hier kleine Ecken für sich beanspruchen oder eben riesige Firmenevents mit bis zu 800 Personen feiern. Trotz der Größe wirkt der Laden nicht unpersönlich. Es ist eben dieser typische St. Pauli-Charme, der hier mitschwingt. Man schaut auf das Wasser, hört die Möwen schreien und vergisst für einen Moment, dass man sich mitten in einer Millionenmetropole befindet.

Exotik am Kanal: Monkey Beach

Manchmal muss man die Elbe verlassen, um Strandfeeling zu finden. Das Monkey Beach im Hofweg beweist, dass die Alster auch Beachclub kann. Genauer gesagt liegt die Bar am Alster-Seitenkanal in Uhlenhorst. Hier weht ein Hauch von Hawaii durch Hamburg. Palmen, hawaiianisches Dekor und die berühmten Poké-Bowls von Kailua Poke sorgen für ein exotisches Flair. Der Clou: Man sitzt hier "feet in water", also ganz nah am Kanalufer, während die Kanufahrer und Stand-up-Paddler direkt an einem vorbeigleiten.

Spannend ist das Prinzip "First Come, First Serve". Es wird nicht reserviert, was die Atmosphäre herrlich unkompliziert macht. Wer zuerst da ist, kriegt den besten Platz in der Sonne. Es ist der ideale Ort für eine Mittagspause im Freien oder den Drink nach der Arbeit. Die Beats im Hintergrund sind meist entspannt, die Farben der Bowls leuchten auf den Tischen, und man fühlt sich für eine Stunde wie im Urlaub auf Oahu. Geöffnet ist täglich von 12 bis 22 Uhr, was perfekt in den Hamburger Sommertag passt.

Über den Dächern: Sky & Sand Beachclub

Wer hätte gedacht, dass man auf dem Dach eines Einkaufszentrums im Sand liegen kann? Der Sky & Sand Beachclub macht genau das möglich. Auf dem obersten Parkdeck der Hamburger Meile in Barmbek, etwa 30 Meter über dem Straßenniveau, wartet eine ganz eigene Welt. 60 Tonnen feinster weißer Sand wurden hier hochgeschafft, um eine Oase über der Stadt zu kreieren. Es gibt sogar einen Pool, in dem man sich die Füße kühlen kann, während man über die Dächer Hamburgs bis zum Hafen schaut.

Das Ambiente erinnert ein bisschen an die Côte d’Azur, mit weißen Baldachinen, Sunbeds und einer sehr entspannten Grillstation, die mediterrane Köstlichkeiten zaubert. Es gibt eine Candy Bar für die Naschkatzen und eine Eisbar für die heißen Tage. Da es sich um eine Rooftop-Location handelt, ist die Bar saisonal von Frühjahr bis Herbst geöffnet. Es ist ein ganz anderes Gefühl als unten am Fluss. Der Wind weht hier oben stetiger, die Geräusche der Stadt sind gedämpft und man hat das Gefühl, dem Himmel ein Stück näher zu sein. Ein echt abgefahrenes Erlebnis mitten in Barmbek.

Karibik-Feeling vor den Toren der Stadt: 28 GRAD

Wenn man bereit ist, eine kurze Fahrt mit der S-Bahn auf sich zu nehmen, landet man im 28 GRAD Strandbad in Wedel. Hier wurden keine Kosten und Mühen gescheut und 130 Tonnen Ostseesand aufgeschüttet, um ein echtes Resort-Feeling zu erzeugen. Man hat direkten Zugang zum Elbufer, kann in Strandkörben lümmeln oder sich in klassische Liegestühle werfen. Es fühlt sich hier wirklich ein bisschen nach Karibik an, was vor allem an der Weite des Strandes an dieser Stelle der Unterelbe liegt.

Das Publikum ist bunt gemischt, viele Familien kommen her, da die Kinder hier herrlich im Sand buddeln können. Es gibt Grillmöglichkeiten und genug Parkplätze für alle, die mit dem Auto kommen. Wer die S-Bahn nimmt, fährt bis Wedel und springt dann in den Bus 198. Wichtig: In der prallen Sonne wird es hier ordentlich warm, also die Sonnencreme auf keinen Fall vergessen. Es ist ein Ort zum Entschleunigen, wo man den ganzen Tag verbringen kann, ohne dass es langweilig wird. Die Elbe ist hier schon fast ein Meer, und genau so fühlt es sich auch an.

Idylle im Grünen: Zum Anleger

Weg von der großen Elbe, hin zum Ernst-August-Kanal in Wilhelmsburg. Das "Zum Anleger" ist ein Familienbetrieb, der mit viel Herzblut aus einem wilden Grundstück ein kleines Paradies gemacht hat. Die Familie Dreshaj führt den Laden, und das merkt man an der persönlichen Atmosphäre. Auf dem großen Gelände finden bis zu 600 Gäste Platz, aber es wirkt nie überlaufen. Besonders begehrt sind die Plätze auf dem Steg, wo man die Beine über dem Wasser baumeln lassen kann.

Kulinarisch gibt es ehrliche Kost: Flammkuchen, Grillfleisch vom BBQ und Ofenkartoffeln stehen hoch im Kurs. Dazu ein kühles Bier und der Blick ins Grüne – herrlich. Wer sich bewegen will, kann sich vor Ort ein Kanu oder ein Board für Stand-up-Paddling leihen und den Kanal erkunden. Es ist ein Ort für Entdecker, die Lust auf die "andere" Seite der Elbe haben. Von März bis Oktober ist hier Betrieb, und ein Ausflug nach Wilhelmsburg lohnt sich allein wegen dieses gemütlichen Biergartens am Wasser immer.

Noch einmal Övelgönne: Die lässige Alternative

Zum Abschluss kehren wir noch einmal nach Övelgönne zurück, denn die dortige Kiosk-Kultur hat noch mehr zu bieten. Westlich der Norderelbe findet man immer wieder Ecken, die sich wunderbar für Sommernächte eignen. Hier am Strandabschnitt vermischen sich die Gäste der verschiedenen Kioske zu einer großen, fröhlichen Masse. Es ist die perfekte Basis für einen langen Spaziergang. Man startet in Neumühlen, läuft Richtung Westen und landet irgendwann bei den kleinen, unprätentiösen Buden, die Bio-Snacks und Drinks verkaufen.

Schön ist hier vor allem die Abwesenheit von touristischem Hochglanz. Es ist alles ein bisschen schlichter, ein bisschen nordischer. Man setzt sich einfach mit seinem Getränk auf die Kaimauer oder direkt in den Sand und schaut den Schiffen zu. Diese Momente, wenn ein riesiger Containerfrachter fast lautlos vorbeigleitet und man die Verdrängung des Wassers am Ufer spüren kann, sind der Grund, warum wir Hamburg so lieben. Es ist ein rauer, aber herzlicher Charme, der einen hier umfängt und so schnell nicht wieder loslässt.

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