Wer am Düsseldorfer Hauptbahnhof aussteigt, spürt sofort diesen Mix aus geschäftiger Hektik und rheinischer Gelassenheit. Die Stadt ist kompakt, aber die Wege können sich ziehen, wenn man vom Medienhafen hoch in den Norden nach Kaiserswerth möchte. Hier kommt die DüsseldorfCard ins Spiel. Sie ist im Grunde ein Freifahrtschein für den gesamten Stadtbereich. Man steigt einfach in die nächste U-Bahn oder die Straßenbahn, ohne sich mit den oft widerspenstigen Ticketautomaten der Rheinbahn herumzuschlagen. Das spart Zeit und Nerven. Besonders in den silbernen Bahnen der Wehrhahn-Linie, die eher wie unterirdische Kunstgalerien wirken als wie schnöde Verkehrsmittel, macht das Herumfahren richtig Laune. Die Stationen wurden von Künstlern gestaltet, und statt grauer Betonwände sieht man dort geometrische Muster oder interaktive Lichtinstallationen.
Düsseldorf ist berühmt für seine Museen, und das völlig zurecht. Mit der Karte in der Tasche reduziert sich der Eintrittspreis oft drastisch oder entfällt sogar ganz. Das K20 am Grabbeplatz ist ein wuchtiger Bau mit einer Fassade aus schwarzem Granit. Drinnen hängen Werke von Paul Klee, die man sich in aller Ruhe ansehen kann. Es riecht dort nach Bohnerwachs und dieser speziellen, kühlen Museumsluft. Wer es moderner mag, schlendert rüber zum K21 im Ständehaus. Dort hängt unter der Glaskuppel das riesige Netz von Tomás Saraceno. Man sieht Leute in schwindelerregender Höhe herumkrabbeln, während man selbst sicher auf dem Boden steht. Oft ist der Eintritt mit der Karte um ein paar Euro reduziert, was bei den ansonsten stattlichen Preisen in der Landeshauptstadt eine feine Sache ist.
Ein Spaziergang am Rhein gehört zum Pflichtprogramm. Wenn der Wind vom Wasser herüberweht, schmeckt die Luft fast ein bisschen nach Freiheit, auch wenn es nur der Niederrhein ist. Man sieht die weißen Rheinschiffe vorbeiziehen und die Leute auf den Kasematten bei einem Kaltgetränk sitzen. Mit der DüsseldorfCard gibt es Rabatte auf die Panoramafahrten der KD oder der Weissen Flotte. Man hockt auf dem Oberdeck, lässt sich die Sonne auf den Pelz scheinen und betrachtet die Skyline mit dem Rheinturm und den schiefen Gehry-Bauten aus einer ganz anderen Perspektive. Das ist gemütlicher, als sich zu Fuß durch die Massen in der Altstadt zu schieben, besonders an Samstagen, wenn es dort so richtig knubbelig wird.
Kurz & Kompakt - Mobilität: Die Karte gilt für alle Busse, Straßenbahnen und S-Bahnen im Stadtgebiet (Preisstufe A), was die Parkplatzsuche in der Innenstadt komplett überflüssig macht.
- Kultur-Rabatte: Man erhält freien Eintritt oder starke Vergünstigungen in fast allen städtischen Museen, vom Goethe-Museum bis zum Stadtmuseum im Palais Spee.
- Freizeit-Boni: Neben dem ÖPNV gibt es Preisnachlässe bei Stadtführungen, Schifffahrten auf dem Rhein und sogar bei einigen Sportveranstaltungen oder im Theater.
Vom Schlosspark bis zum Schifffahrtmuseum
Interessant ist dabei, dass viele Besucher die Randgebiete der Stadt völlig ignorieren. Das ist schade. Mit der kostenlosen Fahrt in der Straßenbahn 701 ist man fix in Benrath. Das dortige Schloss ist ein rosa Traum aus dem Rokoko. Der Park drumherum ist riesig und bietet Schatten unter uralten Bäumen. Hier zwitschern die Vögel lauter als der Verkehr lärmt. In das Schlossmuseum kommt man mit der Karte günstiger rein. Die Parkettböden knarzen bei jedem Schritt, und man fühlt sich unweigerlich in eine Zeit zurückversetzt, in der Puderperücken noch der letzte Schrei waren. Es ist ein krasser Kontrast zur glitzernden Königsallee, wo eher die neuesten Designertaschen spazieren geführt werden.
Zurück in der Innenstadt wartet das Schifffahrtmuseum im Schlossturm direkt am Burgplatz. Der Turm ist das letzte Überbleibsel des alten Stadtschlosses, das leider abgebrannt ist. Innen erfährt man alles über die Flößerei und die Schifffahrt auf dem Rhein. Der Blick aus den oberen Fenstern über den Fluss ist unbezahlbar, auch wenn man für den Eintritt dank der Karte weniger bezahlt hat. Es duftet dort nach altem Holz und Geschichte. Wer danach Hunger bekommt, findet in der Altstadt an jeder Ecke eine Currywurst oder ein Fischbrötchen. Die Karte bietet auch in einigen Restaurants kleine Vergünstigungen, aber man sollte vorher kurz fragen, da sich die Partnerbetriebe manchmal ändern. Ein rheinischer Sauerbraten schmeckt am besten in einem der Brauhäuser, wo die Köbesse – so heißen die Kellner hier – ihren ganz eigenen, manchmal etwas rauen Charme versprühen. Da muss man durch, das gehört zum Lokalkolorit einfach dazu.
Was oft unterschätzt wird, ist das Filmmuseum in der Schulstraße. Es ist ein dunkler, verwinkelter Ort voller alter Kameras, Kostüme und Technikrätsel. Man kann dort sogar in einem kleinen Studio selbst Effekte ausprobieren. Für Kinofreunde ist das ein absolutes Muss. Direkt nebenan liegt das Hetjens-Museum für Keramik. Das klingt im ersten Moment vielleicht trocken, aber die Exponate aus aller Welt sind farbenfroh und handwerklich beeindruckend. Manchmal steht man vor einer Vase aus China und fragt sich, wie das Teil hunderte von Jahren unbeschadet überstanden hat. Mit der DüsseldorfCard ist der Zugang oft sehr preiswert, sodass man auch mal nur für eine halbe Stunde reinschauen kann, ohne sich über ein teures Ticket zu ärgern.
Praktische Tipps für den Asphalt-Dschungel
Die Karte gibt es für unterschiedliche Zeiträume. Wer nur einen Tag bleibt, nimmt die 24-Stunden-Variante. Sinnvoller sind oft die 48- oder 72-Stunden-Karten, weil man dann nicht ständig auf die Uhr schielen muss. Man kauft sie online, an den Automaten der Rheinbahn oder in den Tourist-Informationen am Hauptbahnhof und in der Altstadt. Es ist wichtig, das Ding vor der ersten Fahrt zu entwerten, sonst wird es bei einer Kontrolle ungemütlich und teuer. Das Personal der Rheinbahn ist zwar meistens freundlich, aber bei Schwarzfahrern kennen sie kein Pardon. Einmal gestempelt, ist die Karte der treue Begleiter in allen Lebenslagen.
Ein kleiner Geheimtipp ist die Fahrt mit der historischen Straßenbahn, falls sie gerade Saison hat. Ansonsten bieten die normalen Linien 708 oder 709 tolle Stadtrundfahrten zum Nulltarif. Man setzt sich ans Fenster, beobachtet das Treiben auf der Straße und lässt die Häuserfassaden an sich vorbeiziehen. Im Japanviertel rund um die Immermannstraße lohnt sich ein Zwischenstopp. Dort riecht es an jeder Ecke nach frischen Ramen-Nudeln und grünem Tee. In den japanischen Buchläden kann man stundenlang stöbern, auch wenn man kein Wort versteht. Die Atmosphäre ist dort ganz anders als im Rest der Stadt, viel ruhiger und disziplinierter. Manche Läden dort geben mit der DüsseldorfCard sogar kleine Rabatte auf Souvenirs.
Spannend ist zudem der Aquazoo Löbbecke Museum im Nordpark. Das ist eine Mischung aus Aquarium und Naturkundemuseum. Besonders für Familien ist das ein Volltreffer. Man steht vor den riesigen Becken, in denen Haie ihre Runden drehen, oder beobachtet die Pinguine bei der Fütterung. Das Geschnatter der Vögel und das Rauschen der Filteranlagen bilden eine ganz eigene Geräuschkulisse. Der Eintritt ist hier normalerweise recht happig, aber mit der Karte spart man wieder ein paar Euro, die man später besser in ein Stück Kuchen im Café am Nordpark investiert. Der Park selbst ist übrigens wunderschön bepflanzt, besonders im Frühling, wenn die Tulpen um die Wette blühen.
Kultur, Kitsch und Killepitsch
Wenn die Sonne langsam untergeht, zieht es viele Leute an die Rheintreppe. Dort sitzt man auf dem warmen Stein, trinkt ein Bierchen und schaut der Sonne zu, wie sie hinter Oberkassel verschwindet. Die DüsseldorfCard hilft einem auch hier, denn man kommt mit dem Bus oder der Bahn schnell wieder zurück zum Hotel, egal wie spät es ist. Nachts fahren die Nachtexpress-Linien, und auch die sind im Preis inbegriffen. Man muss sich also keine Sorgen um überteuerte Taxipreise machen, wenn man in der Altstadt mal ein oder zwei Altbier zu viel hatte. Das spart bares Geld für den nächsten Morgen, wenn man vielleicht ein ausgiebiges Frühstück braucht.
Für Liebhaber klassischer Musik oder Theater ist die Karte ebenfalls ein Segen. Es gibt oft Ermäßigungen für das Opernhaus oder das Schauspielhaus. Das Düsseldorfer Schauspielhaus ist mit seiner weißen, geschwungenen Fassade ein echter Hingucker und liegt direkt neben dem Kö-Bogen II, dem Gebäude mit Europas größter Grünfassade. Tausende von Hainbuchenhecken kleben dort an der Wand und sorgen für ein besseres Klima. Es sieht ein bisschen so aus, als hätte der Wald die Stadt zurückerobert. Man kann dort wunderbar flanieren und die Architektur bestaunen, was ja zum Glück sowieso nichts kostet. Die Rabatte der Karte sind dann das Sahnehäubchen auf dem Kulturbesuch.
Ein Besuch in der Mahn- und Gedenkstätte in der Mühlenstraße ist eine eher ernste Angelegenheit, aber absolut empfehlenswert. Es geht um die Geschichte der Stadt während der NS-Zeit. Der Ort ist bedrückend, aber wichtig, um Düsseldorf besser zu verstehen. Oft ist der Eintritt hier für Inhaber der Karte kostenfrei oder stark reduziert. Es ist ein guter Ort, um kurz innezuhalten, bevor man sich wieder ins bunte Treiben der Bolkerstraße stürzt. Dort ist es laut, es riecht nach Frittiertem und überall wird gelacht. Dieser Gegensatz macht die Stadt aus – auf der einen Seite die tiefe Geschichte und die Hochkultur, auf der anderen Seite die rheinische Frohnatur und der Hang zum Feiern.