Dortmund

Airport-Shuttle und Express-Bus: Der schnellste Weg vom Flughafen in die City

Wer am Dortmund Airport landet, will meistens auf direktem Weg zum Hansaplatz oder ins Stadion. Die Anbindung ist effizient, solange man die richtigen Linien kennt. Hier erfährst du, wie der Transfer ohne nervige Wartezeiten gelingt.

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Zwischenablage

Dortmund Airport, von den Einheimischen oft trocken Wickede-Süd genannt, liegt ein gutes Stück außerhalb des Zentrums. Wer keine Lust auf Experimente mit dem Mietwagen oder teure Taxifahrten hat, landet unweigerlich beim Airport-Express. Dieser knallgelbe Bus ist so etwas wie die Lebensader für Reisende, die direkt in den Trubel der City wollen. Er pendelt nonstop zwischen dem Terminal und dem Dortmunder Hauptbahnhof. Die Fahrt dauert im Regelfall etwa 25 Minuten, wobei man das Verkehrsaufkommen auf der B1 nie unterschätzen darf. Es ist diese typische Einfallstraße, auf der es morgens und nachmittags gerne mal hakt.

Im Bus selbst herrscht oft ein buntes Durcheinander aus Geschäftsleuten in Anzügen und Backpackern, die ihre Rucksäcke irgendwie in die Gepäckablagen wuchten. Der Ticketkauf ist unkompliziert. Man bezahlt beim Fahrer oder nutzt die Automaten, wobei Kleingeld immer eine gute Idee ist, auch wenn Kartenzahlung mittlerweile meistens klappt. Der Bus hält direkt vor dem Haupteingang des Flughafens. Man kann ihn eigentlich nicht übersehen, da er in seinem leuchtenden Gelb fast schon ein wenig in den Augen brennt. Während der Fahrt zieht die Industriekultur des Ruhrgebiets an einem vorbei. Es ist kein schicker Boulevard, sondern eine ehrliche Strecke durch das östliche Stadtgebiet, vorbei an Gewerbegebieten und Wohnsiedlungen.

Besonders praktisch ist der Express für alle, die danach direkt in den Zug steigen müssen. Der Hauptbahnhof ist der zentrale Knotenpunkt in Westfalen. Von dort aus kommt man überall hin, egal ob nach Köln, Berlin oder nur zwei Stationen weiter zum Signal Iduna Park. Ein kleiner Tipp am Rande: Wer den Airport-Express nutzt, muss einen speziellen Tarif zahlen. Die normalen VRR-Tickets gelten hier nicht, was schon manchen Touristen kurz vor dem Einsteigen in Erklärungsnot gebracht hat. Es ist ein Aufpreis fällig, der sich aber durch die Zeitersparnis und den Komfort des Direktwegs absolut bezahlt macht. Man spart sich das Umsteigen und das mühsame Suchen nach der richtigen S-Bahn.

Kurz & Kompakt
  • Airport-Express: Nonstop zum Hauptbahnhof, ca. 25 Minuten, Sonderpreis, Abfahrt alle 30 bis 60 Minuten direkt am Terminal.
  • Bahnhof Holzwickede: Per Shuttle in 6 Minuten zum Bahnhof, Umstieg in die RB, günstiger VRR-Tarif möglich, ideal für Inhaber des Deutschlandtickets.
  • Buslinie 440: Die lokale Variante über Aplerbeck, Umstieg in die U47, dauert länger, bietet aber viel Stadtleben zum regulären Fahrpreis.
  • Taxikosten: Rund 35 bis 45 Euro für die Fahrt in die Innenstadt, nachts oft die einzige verlässliche Option nach 23 Uhr.

Die Alternative: Mit dem Airport-Shuttle nach Holzwickede

Es gibt noch einen anderen Weg, der oft unterschätzt wird. Der Airport-Shuttle bringt Passagiere zum nahegelegenen Bahnhof Holzwickede. Das klingt im ersten Moment vielleicht nach einem Umweg, ist aber für Sparfüchse und Strategen oft die bessere Wahl. Der Shuttle-Bus fährt nur etwa sechs Minuten. In Holzwickede angekommen, steigt man in die Regionalbahn um. Die Fahrt von dort zum Dortmunder Hauptbahnhof dauert dann lediglich noch einmal knapp 15 bis 20 Minuten. Der Clou an der Sache ist die Taktung. Die Züge ab Holzwickede fahren regelmäßig und man ist oft flexibler als mit dem großen Express-Bus.

In Holzwickede weht ein ganz anderer Wind als am geschäftigen Terminal. Der Bahnhof ist eher beschaulich, fast schon dörflich. Man riecht hier manchmal noch die frische Luft der angrenzenden Felder, bevor man wieder in den Dunstkreis der Großstadt eintaucht. Die Umstiegszeit ist meistens knapp bemessen, aber die Wege sind kurz. Man muss nur einmal die Straßenseite wechseln und schon steht man am Bahnsteig. Hier gelten übrigens die regulären Tarife des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr. Wer also ein Tagesticket oder ein Deutschlandticket besitzt, fährt mit dieser Variante deutlich günstiger, da der teure Express-Zuschlag entfällt. Das ist ein richtiger Schnapper für alle, die ihr Reisebudget lieber in ein kühles Pilsken im Westpark investieren.

Interessant ist dabei, dass viele Dortmunder selbst diesen Weg bevorzugen. Man entgeht dem Stau auf der Bundesstraße und hat eine verlässliche Schienenanbindung. Wenn man Pech hat, wartet man in Holzwickede allerdings ein paar Minuten im Zugwind, da der Bahnhof nicht gerade durch architektonische Gemütlichkeit glänzt. Aber für das echte Ruhrgebiets-Feeling gehört ein bisschen Zugluft auf dem Bahnsteig einfach dazu. Man beobachtet die Pendler, die stoisch auf ihre Monitore starren, und spürt sofort, dass man im Herzen des Potts angekommen ist.

Die Linie 440: Der Weg für Entdecker durch die Vororte

Wer Zeit hat und Dortmund von einer weniger polierten Seite kennenlernen will, sollte die Buslinie 440 in Betracht ziehen. Diese Linie ist kein klassischer Touristen-Shuttle, sondern ein regulärer Linienbus, der den Flughafen mit dem Stadtteil Aplerbeck verbindet. Von Aplerbeck aus nimmt man dann die Stadtbahn U47, die einen direkt unter die Erde und mitten ins Zentrum zur Reinoldikirche befördert. Diese Route dauert insgesamt sicher 45 bis 50 Minuten, bietet aber Einblicke in das tägliche Leben der Dortmunder. Man fährt durch Wohngebiete, sieht Kioske, an denen Rentner ihr Schwätzchen halten, und passiert kleine Parks, die man in keinem Hochglanz-Magazin findet.

In Aplerbeck angekommen, lohnt sich ein kurzer Blick auf das Wasserschloss Haus Rodenberg, falls man nicht gerade mit schwerem Gepäck kämpft. Es liegt fast direkt an der U-Bahn-Station. Der Wechsel vom Bus in die Bahn ist unkompliziert. Die U47 ist eine der wichtigsten Linien der Stadt und fährt in einem dichten Takt. Man taucht tief in den Dortmunder Osten ein und merkt, wie sich die Architektur langsam von Vorstadt-Idylle zu dichter Bebauung wandelt. Es ist eine Fahrt für Leute, die nicht nur ankommen, sondern die Stadt erfahren wollen. Man hört das Geplapper von Schülern, das Piepen der Entwerter und das typische Quietschen der Bahn in den Kurven.

Sicherlich ist dieser Weg nichts für Eilige. Aber wenn der Airport-Express gerade weg ist und die nächste Fahrt erst in einer halben Stunde ansteht, kann die 440 eine echte Alternative sein. Man ist ständig in Bewegung und sieht mehr als nur die Leitplanken der Autobahn. Zudem ist diese Verbindung im normalen Tarifsystem integriert. Wer also kein spezielles Airport-Ticket kaufen möchte und ohnehin eine Stadtrundfahrt light sucht, ist hier genau richtig. Es ist ein ehrlicher Transportweg, ohne Schnörkel, dafür mit viel lokalem Flair.

Nachtschwärmer und frühe Vögel: Wenn die Busse Pause machen

Was passiert eigentlich, wenn man spät nachts landet oder um vier Uhr morgens am Flughafen sein muss? Das ist der Moment, in dem die öffentlichen Shuttles an ihre Grenzen stoßen. Der Airport-Express macht irgendwann Feierabend. In diesen Stunden ist man auf Taxis oder Fahrdienstleister angewiesen. Der Taxistand befindet sich direkt vor der Ankunftshalle. Die Fahrer dort sind meistens gesprächig und haben immer eine Anekdote über den BVB oder das Wetter parat. Eine Fahrt in die Innenstadt kostet nachts gut und gerne 30 bis 40 Euro, was man sich am besten mit Mitreisenden teilt.

Es gibt auch Nachtbusse, aber die Verbindungen sind dann eher für Fortgeschrittene und erfordern mehrmaliges Umsteigen. Wer sich das antun will, sollte die App der DSW21 griffbereit haben. Meistens ist es jedoch sinnvoller, den letzten Express zu erwischen oder sich ein Hotel in Flughafennähe zu suchen, wenn der Flugplan besonders ungnädig ist. Die Stille am Flughafen in der Nacht hat übrigens etwas fast Gespenstisches. Das sonst so quirlige Terminal wirkt dann wie eine riesige, leere Halle aus Glas und Stahl, in der jeder Schritt hallt. Nur die Reinigungsmaschinen ziehen einsam ihre Kreise und verströmen diesen beißenden Geruch von Desinfektionsmittel.

In den frühen Morgenstunden füllt sich das Gebäude dann schlagartig wieder. Dann stehen auch die Busfahrer wieder parat, oft mit einem Kaffeebecher in der Hand und einem müden, aber routinierten Lächeln. Es ist dieser tägliche Rhythmus, der den Dortmund Airport ausmacht. Man ist hier nicht in Frankfurt oder München, alles ist eine Nummer kleiner, persönlicher und vielleicht auch ein bisschen hemdsärmeliger. Das merkt man spätestens dann, wenn der Busfahrer einem beim Einsteigen zunickt und man weiß: Jetzt bin ich im Revier.

Praktische Tipps für das reibungslose Ankommen

Damit der Transfer nicht im Chaos endet, sollte man ein paar Dinge beachten. Der Dortmund Airport ist übersichtlich, aber die Beschilderung zu den Bushaltestellen erfordert manchmal einen zweiten Blick. Wenn man aus der Gepäckausgabe kommt, muss man sich nach rechts halten und das Gebäude verlassen. Dort reihen sich die Haltestellen aneinander. Die gelben Busse des Express-Service sind kaum zu verfehlen. Es lohnt sich, das Ticket vorab online zu kaufen oder die App zu nutzen, um die Schlange beim Fahrer zu umgehen. Das spart Zeit und schont die Nerven, besonders wenn eine ganze Ladung Passagiere gleichzeitig aus dem Flieger quillt.

Wer viel Gepäck hat, sollte den Airport-Express bevorzugen, da dieser über ausreichend Stauraum verfügt. In den normalen Linienbussen wie der 440 kann es eng werden, wenn der Bus voll mit Pendlern ist. Es ist dann ein ziemliches Gefrickel, den Koffer so zu platzieren, dass niemand darüber stolpert. Zudem sollte man immer einen Puffer von mindestens 15 Minuten einplanen. Baustellen sind im Ruhrgebiet so sicher wie das Amen in der Kirche, und die B1 ist berüchtigt für spontane Staus, die den Zeitplan komplett über den Haufen werfen können. Ein entspannter Reisender ist jemand, der weiß, dass er im Notfall auch noch den nächsten Bus nehmen kann.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Flughafen Dortmund trotz seiner Lage im Grünen gut angebunden ist. Ob man nun den schnellen, etwas teureren Express nimmt oder die preiswerte Variante über Holzwickede wählt, hängt vom eigenen Geldbeutel und der Geduld ab. Beide Wege führen ans Ziel und bieten jeweils eine eigene Perspektive auf die Stadt. Dortmund empfängt einen nicht mit Prunk, sondern mit Funktionalität und einer gewissen Direktheit. Und genau das spiegelt sich in den Transportmöglichkeiten wider: Sie sind unkompliziert, direkt und bringen dich dorthin, wo das Leben spielt.

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