Bremen ist eine Stadt der kurzen Wege, zumindest wenn man erst einmal aus dem Auto ausgestiegen ist. Wer über die A1 oder die A27 in Richtung Zentrum steuert, merkt schnell, dass die historische Stadtstruktur nicht unbedingt für moderne SUVs optimiert wurde. Das Kopfsteinpflaster im Schnoor vibriert unter den Reifen, während die Parkplatzsuche in den engen Gassen der Altstadt eher einem Glücksspiel gleicht. Wer hier versucht, am Straßenrand eine Lücke zu ergattern, braucht Nerven aus Drahtseilen und eine ordentliche Portion Geduld. Meistens kreist man minutenlang um den Block, vorbei an den rotbackigen Backsteinfassaden, nur um festzustellen, dass die einzige freie Fläche eine Bewohnerparkzone ist. Das Bremer Ordnungsamt ist flink, und die Knöllchen hinter den Scheibenwischern leuchten oft schneller orange als man "Moin" sagen kann.
Sinnvoller ist es, das Blech direkt in eines der großen Parkhäuser zu manövrieren. Davon gibt es rund um die Kernstadt zum Glück reichlich. Die Preise variieren allerdings spürbar, je nachdem, wie nah man dem Roland oder dem Rathaus kommen möchte. In der Regel zahlt man in der absoluten City-Lage zwischen 2,50 Euro und 3,50 Euro pro Stunde. Das summiert sich bei einem ausgiebigen Stadtbummel natürlich. Doch Bremen bietet Alternativen, die den Geldbeutel schonen, wenn man bereit ist, ein paar Meter mehr zu Fuß zu gehen. Oft lohnt sich der Blick auf die Ränder der Innenstadt, wo das Parken plötzlich nur noch die Hälfte kostet oder man sogar kostenlose Nischen findet, die nicht sofort ins Auge springen.
Kurz & Kompakt - Preise in der City: In den zentralen Parkhäusern wie "Mitte" oder "Am Dom" musst du mit etwa 2,50 bis 3,50 Euro pro Stunde rechnen. Tagestickets liegen oft zwischen 20 und 25 Euro.
- P+R als Spar-Tipp: Nutze die kostenlosen oder sehr günstigen Park-and-Ride-Plätze (z.B. an der Waterfront oder am Flughafen). Die Straßenbahnen bringen dich im 10-Minuten-Takt schnell ins Zentrum.
- Parkfalle Viertel: Vermeide die Suche in den engen Wohnstraßen von Ostertor und Steintor. Nutze stattdessen den Osterdeich (außer bei Werder-Heimspielen) oder Parkhäuser am Rand.
- Vorsicht bei Supermärkten: Viele Parkplätze von Discountern werden kameraüberwacht. Ohne Parkscheibe oder bei Zeitüberschreitung drohen hohe Bußgelder von privaten Dienstleistern.
Die Klassiker unter den Parkhäusern
Das Parkhaus Mitte ist gewissermaßen das Mutterschiff für alle Shopping-Wütigen. Es ist riesig, oft voll und die Auffahrten sind eng genug, dass man die Felgen im Auge behalten sollte. Hier riecht es nach Abgasen und dem Staub von Jahrzehnten, aber man fällt quasi direkt in die Lloyd-Passage. Wer es etwas moderner und geräumiger mag, steuert das Parkhaus am Dom oder das im Pressehaus an. Dort sind die Parkbuchten ein My breiter, was beim Aussteigen mit Einkaufstüten ein echter Segen ist. Interessant ist, dass die Auslastungsanzeigen an den großen Zufahrtsstraßen meistens ziemlich akkurat funktionieren. Wenn dort "Besetzt" steht, sollte man gar nicht erst versuchen, in die Warteschlange einzubiegen, es sei denn, man möchte den Nachmittag im Leerlauf verbringen.
Ein kleiner Geheimtipp für alle, die das Schnoor-Viertel besuchen wollen, ist das Parkhaus an der Tiefer. Man parkt direkt an der Weser, hört das Glucksen des Wassers und ist in zwei Minuten mitten im ältesten Viertel der Stadt. Die Brise vom Fluss weht einem hier um die Nase, während man das Auto verschließt. Es ist dort oft etwas teurer als im Schnitt, aber die Lage ist unschlagbar. Man muss sich jedoch darauf einstellen, dass die Parkplätze dort begehrt sind. Wenn die Bremer am Wochenende ihre "Schlachte-Partie" feiern, ist hier oft schon vormittags alles dicht. Dann hilft nur noch der Schwenk rüber zum Stephani-Viertel, wo es oft noch Kapazitäten gibt, die man so nicht auf dem Schirm hatte.
P+R: Die entspannte Alternative für Sparfüchse
Bremen hat ein ziemlich gut ausgebautes Park-and-Ride-System. Das klingt erst mal nach ödem Vorort-Flair, ist aber taktisch klug. Wer von Süden kommt, steuert den P+R Platz am Flughafen an oder nutzt die Flächen in Huckelriede. Besonders charmant ist der Platz an der Waterfront in Gröpelingen. Man stellt die Karre dort kostenlos ab und springt in die Straßenbahnlinie 3. In etwa 15 Minuten ist man in der City. Während man in der Bahn sitzt und an den alten Industrieanlagen vorbeirattert, kann man entspannt aus dem Fenster gucken, während die Autofahrer im Stau auf der Stephanibrücke fluchen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch massiv Stress.
Auch im Osten der Stadt gibt es Möglichkeiten. Der Parkplatz an der Hans-Bredow-Straße nahe dem Weserpark ist eine Option, wenn man ohnehin dort einkaufen will. Von dort aus ist der Weg in die Innenstadt mit der Bahn allerdings etwas länger. Man sollte sich vorher genau überlegen, ob sich die Zeitersparnis bei der Parkplatzsuche gegen die Fahrtzeit in der Tram aufrechnet. Meiner Meinung nach gewinnt P+R fast immer, wenn man länger als vier Stunden in der Stadt bleiben will. Die Tageskarten für die Parkhäuser in der City kratzen nämlich gerne mal an der 20-Euro-Marke, was man lieber in ein ordentliches Fischbrötchen oder ein kühles Beck’s investieren sollte.
Parken im Viertel: Ein Abenteuer für sich
Wenn man vom "Viertel" spricht, meinen die Bremer das Ostertor und den Steintor-Bezirk. Das ist die Gegend, wo das Leben tobt, wo es bunte Graffitis gibt und der Geruch von Falafel und indischen Gewürzen in der Luft hängt. Hier einen Parkplatz zu suchen, grenzt an Masochismus. Die Straßen sind extrem schmal, oft durch wild parkende Fahrräder noch weiter verengt, und die Anwohner verteidigen jede Lücke wie ihren Augapfel. Wer hier sein Glück versucht, landet oft in Sackgassen oder muss rückwärts wieder rausmanövrieren, weil ein Lieferwagen den Weg versperrt. Es ist laut, es ist hektisch, und die Parkuhren fressen die Euros schneller, als man gucken kann.
Besser ist es, das Auto am Osterdeich abzustellen. Dort gibt es unter den Bäumen zahlreiche Parkplätze. Man hat den Blick auf die Weser, die Ruderer ziehen vorbei und man spaziert gemütlich über den Deich ins Geschehen. Aber Achtung: Bei Heimspielen von Werder Bremen ist hier absolut alles gesperrt oder restlos überfüllt. Dann verwandelt sich der Osterdeich in eine grün-weiße Pilgerstätte und wer kein Anwohner-Zertifikat hat, wird gnadenlos abgeschleppt. An solchen Tagen lässt man das Auto am besten ganz weit draußen stehen oder nutzt die Parkhäuser am Hauptbahnhof, die zwar ein Stück weg sind, aber eine solide Basis bieten.
Nachtparken und Sondertarife
Spannend wird es, wenn die Sonne untergeht und die Stadt in das gelbliche Licht der Straßenlaternen taucht. Viele Parkhäuser bieten Abendtarife an. Wer zum Beispiel ins Theater am Goetheplatz möchte oder in die Kneipen im Viertel eintaucht, kann ab 18 oder 19 Uhr oft für einen Pauschalbetrag parken. Das kostet dann meistens zwischen 4 und 7 Euro für die ganze Nacht. Das ist ein fairer Deal, verglichen mit den Stundensätzen am Tag. Man sollte nur darauf achten, wann das Parkhaus schließt. Manche machen um Mitternacht oder um 1 Uhr dicht, und wer dann noch drinsteht, hat ein Problem. Es gibt nichts Nervigeres, als nachts vor einem verschlossenen Rolltor zu stehen, während das Auto drinnen einsam vor sich hin glänzt.
Einige Supermärkte in Stadtnähe sind dazu übergegangen, ihre Parkplätze mit Kamerasystemen zu überwachen. Wer dort länger als die erlaubten 60 oder 90 Minuten steht, bekommt per Post eine saftige Rechnung. Das ist besonders ärgerlich, weil man oft gar nicht merkt, dass man erfasst wurde. Die Zeiten, in denen man sonntags einfach auf dem Rewe-Parkplatz stehen konnte, sind in Bremen fast überall vorbei. Man sollte also die Schilder an den Einfahrten sehr genau lesen. Oft steht dort im Kleingedruckten, dass die Überwachung rund um die Uhr gilt. Das ist zwar etwas kleinkariert, aber für die Betreiber die einzige Methode, die Dauerparker loszuwerden.
Besonderheiten für Wohnmobile und Motorräder
Wer mit dem Camper anreist, hat in Bremen eigentlich gute Karten, solange er nicht direkt in die City will. Der Stellplatz am Kuhhirten auf der Stadtwerder-Halbinsel ist legendär. Er liegt im Grünen, man hört die Vögel zwitschern und ist trotzdem mit der Sielwall-Fähre in wenigen Minuten mitten im Viertel. Es ist dort oft voll, besonders im Sommer, wenn die Touristenmassen in die Stadt drängen. Die Plätze sind begehrt, und es herrscht eine entspannte Camping-Atmosphäre. Motorradfahrer haben es etwas leichter. Es gibt in der Innenstadt spezielle ausgewiesene Flächen für Zweiräder, zum Beispiel in der Nähe der Knochenhauerstraße. Dort parkt man oft kostenlos oder sehr günstig, solange man niemanden behindert. Aber auch hier gilt: Wer sein Bike einfach auf den Gehweg stellt, riskiert in Bremen Ärger mit den Ordnungshütern.
Die Bremer Polizei und der Ordnungsdienst sind bekannt dafür, dass sie wenig Spielraum lassen, wenn es um Rettungswege geht. In den engen Straßen des Neustadt-Quartiers oder im Viertel wird rigoros abgeschleppt, wenn ein Löschfahrzeug der Feuerwehr nicht mehr durchpassen würde. Das ist kein Spaß und wird richtig teuer. Da ist die Gebühr für ein Parkhaus das reinste Schnäppchen dagegen. Wer also unsicher ist, ob die Lücke groß genug ist, sollte lieber weiterfahren. Es gibt in Bremen genug Ecken, wo man sicher steht, man muss sie nur finden.
Vielleicht noch ein letzter Hinweis für alle, die spät abends noch nach Hause wollen: Die Parkhaus-Kassenautomaten in Bremen nehmen nicht immer alle Karten. Es ist immer ratsam, ein bisschen Bargeld in der Tasche zu haben. Es gibt kaum etwas Stressigeres, als wenn der Automat die Kreditkarte ausspuckt und weit und breit kein Geldautomat zu sehen ist. Wenn man dann noch die Parkkarte verliert, wird es richtig ungemütlich, denn die Gebühren für verlorene Karten sind in der Hansestadt meistens so hoch, dass man dafür fast ein kleines Fahrrad kaufen könnte. Also, Karte gut wegstecken und den Aufenthalt genießen.