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Flughafen Stuttgart: So kommst du am besten vom Gate in die Innenstadt

Geladet, Gepäck geschnappt und jetzt ab in die Stadt. Ob du lieber entspannt in der S-Bahn sitzt oder dich im Taxi direkt vor die Tür kutschieren lässt, ist eine Frage des Budgets und der Zeit. Hier erfährst du, welcher Weg dich am schnellsten zum Maultaschen-Essen bringt.

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Zwischenablage

Wer am Flughafen Stuttgart landet, atmet erst einmal die frische Luft der Filderebene ein. Es riecht hier oft ein wenig nach frisch gemähtem Gras und Kerosin, eine Mischung, die typisch für diesen Standort ist. Der Flughafen, offiziell Manfred Rommel Flughafen genannt, liegt nämlich ein gutes Stück außerhalb des eigentlichen Talkessels, in dem sich die Stuttgarter Innenstadt versteckt. Genauer gesagt befindet er sich auf der Gemarkung von Leinfelden-Echterdingen. Sobald man das Terminal verlässt, steht man vor der Wahl: Hinab in den Untergrund zur S-Bahn oder hinaus ins Freie zu den wartenden Taxischlangen. Die Architektur des Flughafens mit ihren markanten, baumartigen Stützen aus Stahl ist zwar ein Hingucker, aber die meisten Reisenden wollen hier so schnell wie möglich weg. Das ist verständlich, denn die wahre Action findet rund um den Schlossplatz und die Königstraße statt. Die Entscheidung zwischen Schiene und Straße hängt oft davon ab, wie viel Gepäck man tatsächlich über das Pflaster schleift.

Interessant ist die Lage direkt an der Autobahn A8. Man sieht die Blechlawinen oft schon vom Flugzeugfenster aus vorbeiziehen. Das ist ein wichtiger Punkt für alle, die über ein Taxi nachdenken. Stuttgart ist berühmt und berüchtigt für seine Verkehrslage. Der Kessel wirkt wie ein Magnet für Staus. Wer zur Rushhour landet, sollte sich genau überlegen, ob er die Fahrt auf der B27 wagen will. Da steht man dann gerne mal Stoßstange an Stoßstange, während die S-Bahn unter einem einfach durchrauscht. Der Weg in die Stadt ist etwa 13 Kilometer lang. Das klingt nach wenig, kann sich aber ziehen wie Kaugummi, wenn der Feierabendverkehr erst einmal rollt.

Kurz & Kompakt
  • S-Bahn (S2/S3): Abfahrt direkt unter den Terminals, 27 Minuten Fahrtzeit bis zum Hauptbahnhof, 3-Zonen-Ticket erforderlich.
  • Taxi: Stände vor Terminal 1 und 3, Kosten ca. 35 bis 45 Euro, Fahrtzeit stark verkehrsabhängig (Vorsicht während der Rushhour!).
  • Ticket-Tipp: VVS-App für Echtzeit-Infos nutzen oder direkt ein Tagesticket für das gesamte Stadtgebiet lösen.
  • Nachtverkehr: Unter der Woche eingeschränkter S-Bahn-Betrieb nach Mitternacht; am Wochenende durchgehender Nachtverkehr.

Der Klassiker: Mit der S-Bahn in den Kessel

Die S-Bahn ist für die meisten Stuttgarter das Verkehrsmittel der Wahl. Die Station befindet sich direkt unter den Terminals. Man muss eigentlich nur den grünen S-Symbolen folgen. Es geht ein paar Rolltreppen hinunter in eine Welt aus Beton und dem typischen Quietschen der Bremsen. Zwei Linien bedienen den Flughafen: die S2 und die S3. Das Tolle daran ist, dass man sich keinen Kopf um die Richtung machen muss. Der Flughafen ist die Endstation, also fahren alle Züge, die hier abfahren, zwangsläufig Richtung Innenstadt. Man setzt sich einfach rein und wartet, bis die Türen schließen. Es ist ein beruhigendes Gefühl, wenn man weiß, dass man nicht falsch abbiegen kann. Die Fahrt dauert bis zum Hauptbahnhof exakt 27 Minuten. Das ist fast schon preußische Pünktlichkeit, auch wenn der Schwabe an sich gerne mal über die Verspätungen der Deutschen Bahn schimpft.

Unterwegs bekommt man einen kleinen Vorgeschmack auf die Vororte. Über Leinfelden und Rohr geht es Richtung Vaihingen. Wer einen Fensterplatz ergattert, sieht viel Grau, aber auch immer wieder grüne Tupfer. Die S-Bahn ist oft voll, besonders wenn gerade zwei oder drei Ferienflieger gleichzeitig gelandet sind. Da drängt man sich dann mit seinem Koffer zwischen Pendler, die müde in ihre Laptops starren, und Schülern, die laut Musik hören. Es ist ein echtes Stück Stuttgarter Alltag. Ein Ticket bekommt man an den orangefarbenen Automaten. Das System mit den Zonen kann für Neulinge etwas verwirrend sein. Für die Fahrt in die Innenstadt braucht man ein Ticket für drei Zonen. Man sollte nicht vergessen, das Ticket zu entwerten, falls es nicht schon beim Kauf mit einem Zeitstempel versehen wurde. Schwarzfahren wird in Stuttgart teuer und die Kontrolleure sind oft in zivil unterwegs, was für eine gewisse Paranoia sorgen kann.

Taxifahrt: Luxus oder Zeitfresser?

Wenn man aus dem klimatisierten Terminal tritt, stehen die Taxen meist schon in einer perfekten Reihe bereit. Die Fahrer lehnen oft an ihren hellbeige lackierten Mercedes-Modellen und unterhalten sich. Ein Taxi zu nehmen, hat natürlich diesen Hauch von Bequemlichkeit. Man wirft seinen Koffer in den Kofferraum, lässt sich in die Polster sinken und sagt einfach nur die Adresse. Kein Treppensteigen, kein Umsteigen, kein Suchen nach dem richtigen Gleis. Aber dieser Komfort hat seinen Preis. Eine Fahrt in die Stuttgarter Innenstadt kostet in der Regel zwischen 35 und 45 Euro. Je nachdem, wo genau man hinwill und wie die Verkehrslage ist, kann es auch teurer werden. Der Taxameter tickt unerbittlich, besonders wenn man auf der B27 am Degerlocher Loch im Stau steht.

Die Fahrer kennen oft Schleichwege, aber Wunder bewirken können sie auch nicht. Wenn die Stadt dicht ist, ist sie dicht. Ein besonderer Aspekt ist die Fahrt den Berg hinunter. Wenn man über die Neue Weinsteige in den Kessel einfährt, bietet sich ein fantastischer Blick über die Stadt. Das ist ein Moment, den man in der S-Bahn komplett verpasst, da diese fast ausschließlich im Tunnel verschwindet. Man sieht die Lichter der Stadt, das Neue Schloss und die vielen kleinen Häuser an den Hängen. Das ist fast schon die Fahrt wert, zumindest wenn man das erste Mal in Stuttgart ist. Man sollte allerdings darauf achten, dass man ein offizielles Taxi nimmt. Die stehen direkt vor den Ausgängen von Terminal 1 und 3. Wer es moderner mag, kann natürlich auch eine App wie Uber oder Bolt nutzen. Diese Fahrer dürfen aber oft nicht direkt am Taxistand halten, was bedeutet, dass man ein paar Meter laufen muss, um seinen Abholpunkt zu finden.

Vom Flughafen zum Hauptbahnhof: Ein Vergleich

Vergleicht man beide Optionen, gewinnt die S-Bahn meistens in Sachen Vorhersehbarkeit. 27 Minuten sind gesetzt. Beim Taxi kann es 20 Minuten dauern, wenn die Straßen frei sind, oder eben 50 Minuten, wenn es regnet oder mal wieder eine Baustelle den Verkehrsfluss behindert. Stuttgart ist eine einzige Baustelle, besonders rund um das Projekt Stuttgart 21 am Hauptbahnhof. Dort anzukommen, gleicht momentan eher dem Betreten einer Mondlandschaft als einem prunkvollen Empfang. Wer mit viel Gepäck reist oder mit der ganzen Familie unterwegs ist, für den ist das Taxi trotzdem oft die bessere Wahl. Man teilt sich die Kosten und spart sich das Schleppen durch die langen Gänge der S-Bahn-Stationen.

Es gibt auch noch den Messeexpress oder Regionalzüge, die gelegentlich halten, aber für den normalen Touristen sind die S2 und S3 die verlässlichsten Partner. Ein kleiner Geheimtipp für Sparfüchse: Wer ohnehin vorhat, den ganzen Tag in Stuttgart unterwegs zu sein, sollte sich direkt am Flughafen ein Tagesticket kaufen. Das kostet kaum mehr als eine Einzelfahrt und man ist für den Rest des Tages mobil. Man kann dann direkt am Hauptbahnhof aussteigen und in die U-Bahn (hier Stadtbahn genannt und mit einem gelben U markiert) umsteigen, um zum Hotel zu kommen. Das Stuttgarter Liniennetz ist eigentlich recht logisch aufgebaut, sobald man verstanden hat, dass die S-Bahnen unter der Erde fahren, aber eigentlich Züge sind, während die Stadtbahnen teils oben, teils unten unterwegs sind.

Besonderheiten und kleine Hürden

Was man wissen sollte: Der Flughafen Stuttgart ist nachts nicht gerade der Nabel der Welt. Wer nach Mitternacht landet, wird feststellen, dass die S-Bahnen seltener fahren oder irgendwann ganz Pause machen. Unter der Woche ist gegen ein Uhr nachts Schluss mit dem Schienenverkehr, am Wochenende fahren die Bahnen zwar durch, aber in deutlich größeren Abständen. In solchen Fällen ist das Taxi die einzige vernünftige Option, es sei denn, man möchte die Nacht auf einer der harten Bänke im Terminal verbringen. Der Geruch von Reinigungsmitteln und die Stille in der Nacht können im Flughafen eine ganz eigene, fast gespenstische Atmosphäre erzeugen.

Ein weiteres Detail ist die Sache mit dem Kurzstreckenticket. Mancher mag denken, dass man für eine Station weniger zahlt. Aber Vorsicht, die Strecke vom Flughafen bis zur nächsten Haltestelle ist lang und zählt nicht als Kurzstrecke. Wer hier knausert, riskiert unnötigen Ärger. Die Ticketautomaten sprechen zwar viele Sprachen, aber manchmal zicken sie bei ausländischen Kreditkarten oder wollen einfach kein Kleingeld annehmen. Es lohnt sich, immer ein wenig Bargeld oder die VVS-App auf dem Handy zu haben. Die App ist ohnehin Gold wert, weil sie Verspätungen in Echtzeit anzeigt. Wenn dort steht, dass die S-Bahn zehn Minuten später kommt, dann kann man sich darauf meist verlassen.

Der Faktor Bequemlichkeit

Letztlich ist die Entscheidung eine Typfrage. Der pragmatische Reisende, der nur einen Rucksack dabei hat, wird immer die S-Bahn nehmen. Es ist die günstigste und oft stressfreieste Art, den Flughafen hinter sich zu lassen. Man kann während der Fahrt schon mal seine Mails checken oder im Reiseführer blättern. Das Taxi hingegen bietet diese private Blase. Man ist für sich, kann mit dem Fahrer schwätzen (viele Stuttgarter Taxifahrer haben tolle Geschichten auf Lager) und wird direkt vor der Haustür abgesetzt. Wer in einem Hotel im Stuttgarter Westen oder im Süden wohnt, spart sich mit dem Taxi oft das mehrfache Umsteigen in der Stadtbahn. Da Stuttgart sehr hügelig ist, kann der Weg von der Haltestelle zum Hotel mit Koffern nämlich schnell zur sportlichen Herausforderung werden. Die "Stäffele", wie die Stuttgarter ihre Treppen nennen, sind zwar charmant, aber der natürliche Feind des Rollkoffers.

Man sollte auch nicht die psychologische Komponente unterschätzen. Nach einem langen Flug kann der Anblick einer vollgestopften S-Bahn abschreckend wirken. In Stuttgart geht es meistens gesittet zu, aber eng ist es trotzdem. Da wirkt das helle Leder eines Taxis wie eine Oase der Ruhe. Am Ende kommt man in beiden Fällen ans Ziel. Stuttgart ist keine Weltstadt wie London oder New York, wo man Stunden unterwegs ist. Egal wofür man sich entscheidet, in spätestens einer Stunde steht man vermutlich schon irgendwo in der City und hält das erste Kaltgetränk in der Hand. Und genau das ist es doch, was zählt nach einer Reise.

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