Wer zum ersten Mal am Düsseldorfer Flughafen landet, stolpert oft über eine kleine geografische Besonderheit. Es gibt nämlich nicht nur einen Bahnhof, sondern gleich zwei. Das klingt zunächst nach unnötiger Verwirrung, macht aber Sinn, sobald man das System dahinter versteht. Direkt unter dem Terminal C liegt der S-Bahnhof "Düsseldorf Flughafen Terminal". Hier fährt die S11 im 20-Minuten-Takt ab. Das ist die bequemste Lösung, wenn du schweres Gepäck dabeihast und keine Lust auf Umsteigen im hiesigen Skytrain hast. Du fällst quasi aus der Ankunftshalle direkt in die S-Bahn. Die Fahrt dauert etwa 12 Minuten bis zum Hauptbahnhof. Es riecht dort unten oft nach dieser typischen Mischung aus Metallabrieb und kühler Kellerluft, die jedem Bahnfahrer vertraut vorkommt.
Dann gibt es noch den Fernbahnhof "Düsseldorf Flughafen". Er liegt am Rande des Flughafengeländes an der Hauptstrecke Richtung Duisburg und Essen. Hier halten die Regionalexpresse RE1, RE2, RE3, RE5, RE6, RE11 und RE19. Diese Züge sind deutlich schneller am Hauptbahnhof, meist brauchen sie nur knappe sechs oder sieben Minuten. Allerdings musst du erst einmal dorthin kommen. Hier kommt die Schwebebahn ins Spiel, die man in Düsseldorf vollmundig Skytrain nennt. Es ist ein Erlebnis für sich, in den verglasten Kabinen über die Parkplätze zu schweben. Manchmal ruckelt es ein wenig, wenn die Bahn in die Kurve geht, und man blickt hinunter auf die grauen Autodächer der Kurzzeitparker. Wer ein gültiges VRR-Ticket hat, nutzt den Skytrain kostenlos. Spannend ist dabei, dass man vom Skytrain aus einen fantastischen Blick auf die Wartungshallen hat, wo oft riesige Triebwerke freigelegt sind.
Kurz & Kompakt- Schnellste Verbindung: Die Regionalexpresse (RE) vom Fernbahnhof brauchen nur rund 6-7 Minuten bis zum Hauptbahnhof.
- Bequemste Option: Die S-Bahn S11 fährt direkt unter Terminal C ab und erspart den Umstieg in den Skytrain.
- Tarif-Tipp: Für die Fahrt ins Zentrum ist die Preisstufe A3 notwendig; digitale Tickets per App sparen oft Zeit und Kleingeld.
- Alternative Taxi: Eine Fahrt kostet ca. 30 Euro und lohnt sich vor allem bei viel Gepäck oder wenn man direkt vor die Hoteltür möchte.
Die Ticket-Falle und der Preis-Dschungel
Am Fahrkartenautomaten stehen die Leute oft mit ratlosen Gesichtern. Das liegt meist daran, dass das Tarifsystem des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr, kurz VRR, für Außenstehende wie eine Geheimwissenschaft wirkt. Für die Fahrt in die Düsseldorfer Innenstadt benötigst du die Preisstufe A3. Es bringt nichts, sich mit den kleineren Zonen zu beschäftigen, wenn man ins Herz der Stadt will. Ein Einzelticket kostet aktuell über drei Euro. Das ist kein Schnapper, aber immer noch günstiger als jedes Taxi. Wenn du vorhast, am selben Tag noch mehrfach mit Bus und Bahn zu fahren, lohnt sich meist direkt das Tagesticket. Es gibt diese Automaten in den Terminals und an den Bahnsteigen. Sie leuchten grell orange und die Touchscreens reagieren manchmal etwas träge, was bei Eile leicht nerven kann.
Ein wichtiger Hinweis für Sparfüchse ist die Nutzung von Apps wie "redy" oder der klassischen DB-App. Oft sind die digitalen Tickets ein paar Cent günstiger als die Papiervariante aus dem Automaten. Außerdem erspart man sich das Schlange stehen hinter Reisegruppen, die gerade versuchen, das Prinzip der Kurzstrecke zu verstehen. In Düsseldorf wird viel kontrolliert, deshalb sollte man gar nicht erst auf die Idee kommen, schwarz zu fahren. Das "Knöllchen" kostet 60 Euro und verdirbt einem direkt die Laune auf das erste Altbier. Die Kontrolleure tragen oft zivile Kleidung und fallen erst auf, wenn sie ihre Dienstmarken zücken. Das sorgt regelmäßig für betretenes Schweigen im Waggon.
Taxifahrten und das Abenteuer auf vier Rädern
Manchmal hat man einfach keine Lust auf Schienenersatzverkehr oder überfüllte S-Bahnen. Wer es eilig hat oder wessen Hotel etwas abseits der Bahnhöfe liegt, greift zum Taxi. Vor den Ausgängen der Ankunftsebene warten die Wagen in einer schier endlosen Schlange. Die Fahrer tragen oft weiße Hemden und wirken meistens professionell, auch wenn der Fahrstil im rheinischen Berufsverkehr etwas forscher ausfallen kann. Eine Fahrt in die City kostet pauschal oft um die 30 Euro, je nachdem, wo genau man hinmöchte. Es gibt spezielle Flughafentarife, nach denen man fragen kann. Die Fahrt dauert je nach Verkehrslage zwischen 15 und 25 Minuten. Während der Rushhour kann sich das Ganze aber ziehen wie Kaugummi, besonders wenn auf der Danziger Straße mal wieder gar nichts mehr geht.
Interessanterweise nutzen immer mehr Reisende Fahrdienst-Vermittler wie Uber oder Bolt. Hier sieht man den Preis vorab in der App, was für Planungssicherheit sorgt. Allerdings dürfen diese Fahrzeuge nicht direkt in der ersten Reihe vor den Ausgängen parken. Du musst oft ein paar Meter zum Abholpunkt laufen, meistens oben auf der Abflugebene oder in einem speziellen Parksegment. Es ist ein bisschen wie ein Versteckspiel, den Fahrer in der Masse der schwarzen Limousinen zu finden. Oft hilft ein kurzes Winken oder ein Anruf. Der Geruch in diesen Autos schwankt zwischen "Neuwagen-Duftbaum" und "starkem Kaffee". Für Alleinreisende mit wenig Gepäck ist das oft eine preiswerte Alternative zum klassischen Taxi.
Der Fußweg als Geheimtipp für Hartgesottene
Es klingt verrückt, aber man kann tatsächlich vom Flughafen in Richtung City laufen, zumindest wenn man in den Stadtteil Lohausen möchte. Das ist natürlich nichts für Leute mit drei Koffern und Jetlag. Aber wer nur einen kleinen Rucksack trägt und sich nach der Enge im Flugzeug die Beine vertreten will, findet einen ganz passablen Weg. Man verlässt das Terminalgelände in Richtung der Hotels und gelangt schnell in bewohnte Gebiete. Hier wirkt Düsseldorf plötzlich gar nicht mehr wie eine Metropole, sondern eher wie ein beschauliches Dorf mit gepflegten Vorgärten. Von Lohausen aus kann man dann bequem in die U79 einsteigen, die einen direkt zur Heinrich-Heine-Allee bringt, dem Eingangstor zur Altstadt.
Unterwegs passiert man oft kleine Kioske, die hier "Büdchen" genannt werden. Dort kann man sich erst mal eine kalte Limo oder ein Wasser holen, ohne die Apothekenpreise im Flughafenterminal zahlen zu müssen. Die Atmosphäre ändert sich schlagartig von der sterilen Glas-Stahl-Optik des Airports hin zum gemütlichen rheinischen Alltag. Man hört das ferne Rauschen der startenden Maschinen, während man an alten Backsteinhäusern vorbeiläuft. Es ist ein krasser Kontrast, der einem hilft, wirklich in der Stadt anzukommen. Dieser Weg ist definitiv der "Slow Travel"-Ansatz für Düsseldorf-Besucher.
Mit dem Leihwagen ins Getümmel
Im Mietwagenzentrum, das man bequem zu Fuß oder mit dem Shuttle erreicht, reihen sich die Schalter der großen Anbieter aneinander. Wer maximale Flexibilität braucht, mietet sich hier ein Auto. Aber Vorsicht: Parken in der Düsseldorfer Innenstadt ist ein teurer Spaß und die Suche nach einer Lücke gleicht oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Die Parkhäuser an der Königsallee oder am Schadowplatz verlangen stolze Preise. Wenn dein Hotel keinen eigenen Parkplatz hat, solltest du dir das mit dem Mietwagen gut überlegen. Die Straßenführung in der City ist durch viele Einbahnstraßen und Baustellen zudem recht tückisch.
Ein Trend der letzten Jahre ist Carsharing. Anbieter wie Share Now oder Miles haben am Flughafen eigene Parkzonen. Das ist praktisch, weil man das Auto einfach irgendwo in der Stadt innerhalb des Geschäftsgebietes wieder abstellen kann. Man bezahlt pro Minute oder Kilometer, was oft günstiger kommt als ein herkömmlicher Mietwagen. Man muss sich allerdings vorher registriert haben und die App auf dem Handy bereit halten. Nichts ist nerviger, als nach der Landung im Regen zu stehen und erst noch die Führerscheinprüfung in einer App hochladen zu müssen. Die Autos sind meistens sauber, riechen aber gelegentlich nach dem billigen Desinfektionsmittel, das die Reinigungsteams verwenden.
Orientierungshilfe für das Terminal
Der Flughafen Düsseldorf ist zwar groß, aber logisch aufgebaut. Es gibt drei Flugsteige: A, B und C. Die meisten Inlandsflüge und Lufthansa-Maschinen docken bei A an, während die internationalen Verbindungen oft bei C abgefertigt werden. Wenn du aus dem Sicherheitsbereich kommst, folge einfach der Beschilderung "Regionalzug/S-Bahn". Die Schilder sind gelb und hängen überall an der Decke. Lass dich nicht von den vielen Mietwagen-Werbungen ablenken, die die Wände pflastern. Es ist ratsam, im Hauptterminal noch einmal die Toilette aufzusuchen, da die Anlagen in den Zügen der Deutschen Bahn oft, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig sind.
Ein kleiner Clou am Rande: Wenn du Zeit hast, fahr mal hoch zur Besucherterrasse. Der Wind pfeift einem dort oben ordentlich um die Nase, aber der Blick auf die Startbahn ist unbezahlbar. Man riecht das Kerosin und spürt das Vibrieren der Triebwerke in der Magengrube. Das ist ein guter Ort, um kurz durchzuatmen, bevor man sich in das Gewusel der Stadt stürzt. Danach nimmst du einfach wieder den Skytrain zum Bahnhof und bist in wenigen Minuten auf dem Weg Richtung Zentrum. Die Mischung aus Industriecharme und hochmoderner Logistik macht den Reiz dieses Ortes aus. Man merkt hier schnell, dass Düsseldorf mehr ist als nur Mode und Schickimicki.
Ankunft am Hauptbahnhof: Was nun?
Wenn du am Hauptbahnhof aus der S-Bahn steigst, stehst du erst einmal in einem wuseligen Ameisenhaufen. Der Bahnhof ist ein wichtiger Knotenpunkt und zu jeder Tageszeit vollgestopft mit Pendlern, Reisenden und Gestalten, die einfach nur dort abhängen. Es riecht nach frisch gebackenen Brezeln, Frittenfett und ab und zu nach dem Reinigungsmittel der Putzkolonnen. Vom Hauptbahnhof aus kommst du mit fast jeder U-Bahn (hier U-Bahn-Linien mit einem "U" davor) in Richtung "Heinrich-Heine-Allee". Das ist der zentrale Punkt, wenn du zur Altstadt oder zur Königsallee willst. Die Fahrt dauert nur drei Stationen.
Interessant ist der Kontrast, wenn man den Bahnhof durch den Haupteingang verlässt. Vor einem liegt der Konrad-Adenauer-Platz, der gerade umgestaltet wird und oft etwas chaotisch wirkt. Hier stehen auch die Straßenbahnen. Wenn du Zeit hast, nimm eine der oberirdischen Bahnen. Man sieht mehr von der Stadt, den Fassaden der Gründerzeithäuser und den kleinen Cafés am Straßenrand. Die U-Bahnen sind zwar schneller, aber man bekommt von der Atmosphäre oben nichts mit. In Düsseldorf sagt man gerne, dass man "auf Achse" ist, und genau so fühlt es sich an, wenn man sich durch das dichte Netz der Bahnen navigiert. Die Leute sind meistens hilfsbereit, wenn man mit dem Stadtplan in der Hand etwas verloren dreinschaut.
Fahrrad und E-Scooter für die letzte Meile
Für die ganz Modernen stehen an vielen Ecken rund um den Flughafen und vor allem am Bahnhof E-Scooter bereit. Es gibt Anbieter wie Tier, Lime oder Voi. Das ist eine feine Sache, wenn die Sonne scheint und man nur ein kleines Handgepäck dabei hat. Man flitzt über die Radwege und spürt den Fahrtwind. Aber Achtung: Das Pflaster in der Altstadt ist für kleine Scooter-Räder eine echte Herausforderung. Es rüttelt einen ordentlich durch und man muss aufpassen, dass man nicht in den Schienen der Straßenbahn hängen bleibt. Das kann schmerzhaft enden und sieht zudem ziemlich ungelenk aus.
Wer es klassischer mag, nutzt das Leihradsystem der Stadt. Die Räder sind stabil und haben meistens einen Korb vorne drauf, in den eine Tasche passt. Es ist eine sehr Düsseldorfer Art der Fortbewegung, am Rhein entlang zu radeln. Die Radwege sind in den letzten Jahren deutlich besser geworden, auch wenn es an manchen Stellen immer noch eng zugeht. Man teilt sich den Platz oft mit Fußgängern, was gegenseitige Rücksichtnahme erfordert. Ein kurzes Klingeln hilft meistens, um sich Gehör zu verschaffen. So kommst du entspannt am Ziel an und hast schon die ersten Eindrücke der Stadt aufgesogen, bevor du überhaupt im Hotel eingecheckt hast.