Düsseldorf

WLAN & Co.: Wo du in der Stadt kostenloses "Bluespot"-Internet findest

Keine mobilen Daten mehr? Kein Problem. Düsseldorf bietet zwischen Rheinufer und Königsallee ein dichtes Netz an kostenlosen Hotspots. Hier erfährst du, wo die Verbindung stabil bleibt und wo du beim Surfen die beste Aussicht hast.

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Zwischenablage

p>Das Rückgrat der öffentlichen Internetversorgung bilden in Düsseldorf die sogenannten Bluespots. Ursprünglich als Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke und regionaler Partner gestartet, haben sich diese Zugangspunkte über das gesamte Zentrum ausgebreitet. Man erkennt sie oft an den blauen Säulen oder entsprechenden Markierungen an Laternenmasten. Es ist schon ein wenig kurios, wie man zwischen historischen Gaslaternen in der Altstadt plötzlich Highspeed-WLAN empfängt, während zwei Gassen weiter das Kopfsteinpflaster die Gelenke malträtiert.

Besonders rund um den Schadowplatz und den Kö-Bogen ist die Dichte an Bluespots beachtlich. Hier fließen die Datenströme fast so schnell wie der Verkehr auf dem Jan-Wellem-Platz. Wer sich dort auf eine der geschwungenen Bänke setzt, kann problemlos Kartenmaterial herunterladen oder die nächsten Bahnverbindungen prüfen. Oft reicht ein kurzer Klick auf die Nutzungsbedingungen, eine Registrierung mit komplizierten Passwörtern bleibt einem meist erspart. Das spart Nerven, gerade wenn die Finger im Winter an der frischen Luft schnell klamm werden. Die Signalstärke ist am Kö-Bogen durch die moderne Architektur und die gezielte Platzierung der Router meist hervorragend, auch wenn die gläsernen Fassaden der Libeskind-Bauten manchmal wie ein Spiegel für die Funkwellen wirken.

Ein kurzer Abstecher in Richtung Altstadt offenbart jedoch die Tücken der Technik. In den engen Gassen wie der Schneider-Wibbel-Gasse oder der Bolkerstraße kämpft das WLAN manchmal gegen die massiven Mauern der alten Brauhäuser. Wenn sich am Wochenende die Massen durch die „längste Treppe der Welt“ schieben, geht das kostenlose Netz auch gerne mal in die Knie. Da hilft es, sich ein paar Meter weiter Richtung Rathausufer zu bewegen. Dort, wo der Blick über den Rhein schweift, atmet nicht nur der Mensch auf, sondern oft auch das Smartphone. Die weite Fläche bietet weniger Hindernisse für die Funkmasten, und man kann beim Warten auf die nächste Rheinfähre entspannt die E-Mails checken, während einem die Brise den Geruch von brackigem Wasser und Pommesfett in die Nase treibt.

Kurz & Kompakt
  • Bluespot-Standorte: Die meisten Hotspots befinden sich rund um die Kö, den Schadowplatz und das Rheinufer. Achte auf blaue Markierungen an Stromkästen und Laternen.
  • Login-Prozess: Meist reicht die Bestätigung der AGB auf einer Vorschaltseite. Eine dauerhafte Registrierung ist bei den Standard-Bluespots in der Regel nicht erforderlich.
  • Alternative KAP1: Die Zentralbibliothek am Hauptbahnhof bietet die stabilste Verbindung und kostenlose Arbeitsplätze inklusive Stromversorgung in moderner Atmosphäre.
  • Sicherheit: In allen öffentlichen Netzen sollten VPN-Dienste genutzt werden, um persönliche Daten vor unbefugtem Zugriff in der geteilten Infrastruktur zu schützen.

Der Klassiker am Rheinufer und die digitalen Oasen

Die Rheinuferpromenade ist das Herzstück des Düsseldorfer Lebensgefühls. Zwischen Burgplatz und Landtag flanieren Einheimische wie Touristen gleichermaßen. Dass man hier fast durchgehend Empfang hat, ist kein Zufall. Die Stadt hat früh begriffen, dass ein Selfie vor dem Schlossturm sofort in die Welt geschickt werden will. Interessant ist dabei die Beobachtung, dass die Verbindung am unteren Werft, also direkt am Wasser, oft stabiler ist als oben an den Gastronomiebetrieben. Vielleicht liegt es daran, dass die Sonnenschirme der Cafés die Signale dämpfen oder schlicht zu viele Menschen gleichzeitig versuchen, ihren Cappuccino zu posten. Ein kleiner Geheimtipp ist die Gegend rund um das KIT, das Kunst im Tunnel. Da man sich hier ohnehin unter der Erde oder zumindest auf einer tiefer gelegenen Ebene befindet, ist die Hardware oft so platziert, dass sie den gesamten Vorplatz mitversorgt.

Geht man weiter südlich in Richtung Medienhafen, ändert sich das Flair. Wo früher Getreide verladen wurde, dominieren heute kühler Beton und glänzender Stahl. Die Gehry-Bauten sind ein Magnet für Fotografen. Hier ist das öffentliche WLAN der Bluespots zwar vorhanden, aber oft durch private Netzwerke der dort ansässigen Agenturen und Hotels überlagert. Wer hier eine stabile Leitung sucht, sollte sich in die Nähe der großen Hotels am Hafenbecken begeben. Oft strahlen deren Gast-Netzwerke bis auf die öffentlichen Plätze aus. Es ist eine eigenwillige Mischung aus geschäftiger Business-Atmosphäre und touristischer Neugier. Man hört das Klackern von Absätzen auf dem Metall der Brücken und das Surren von Drohnen, die versuchen, die perfekte Perspektive auf den Rheinturm zu erhaschen.

In den Parks der Stadt sieht es hingegen etwas durchwachsener aus. Der Hofgarten, Düsseldorfs grüne Lunge, bietet zwar an den Randbereichen zur City hin noch Zugriff auf die städtischen Netze, doch je tiefer man zwischen die alten Bäume und Teiche vordringt, desto eher muss man sich auf das mobile Netz verlassen. Das ist aber vielleicht gar nicht so schlecht, wenn man den Enten beim Gründeln zusehen möchte, statt starr auf den Bildschirm zu glotzen. Eine rühmliche Ausnahme bildet der Bereich um das Goethe-Museum am Schloss Jägerhof. Hier scheint die kulturelle Bedeutung des Ortes auch die digitale Versorgung beflügelt zu haben. Man sitzt auf einer Bank, liest vielleicht digital ein paar Verse und genießt die Ruhe, die nur gelegentlich durch die vorbeifahrenden Straßenbahnen der Wehrhahn-Linie unterbrochen wird.

Öffentlicher Nahverkehr und die Bibliothek als Ankerpunkt

Die Rheinbahn, der lokale Verkehrsversorger, hat in den letzten Jahren massiv aufgerüstet. In fast allen neuen Bahnen und an vielen zentralen U-Bahnhöfen wie dem Wehrhahn oder dem Heinrich-Heine-Allee ist WLAN mittlerweile Standard. Das ist besonders praktisch, wenn man die Wartezeit in den unterirdischen Katakomben überbrücken muss. Die Bahnhöfe sind sauber, wirken durch die helle Beleuchtung fast klinisch, und das WLAN verbindet sich oft automatisch, wenn man den Dienst einmal autorisiert hat. Auffällig ist die Akustik in diesen Bahnhöfen: Das entfernte Grollen der einfahrenden Züge vermischt sich mit den Ansagen, die mal mehr, mal weniger verständlich durch die Lautsprecher blechern.

Ein absoluter Hotspot im wahrsten Sinne des Wortes ist die Zentralbibliothek im KAP1, direkt am Hauptbahnhof. Seit dem Umzug in die ehemaligen Räumlichkeiten der Post ist dieser Ort zu einem digitalen Wohnzimmer für die Stadt geworden. Hier gibt es nicht nur schnelles, kostenloses Internet, sondern auch jede Menge Steckdosen und Arbeitsplätze. Der Duft von frischem Kaffee aus dem integrierten Bistro zieht durch die Gänge, während man zwischen Regalen voller Mangas und Fachliteratur sitzt. Es ist ein Ort des Austauschs. Studenten, Reisende mit schweren Koffern und Menschen, die einfach nur ein warmes Plätzchen suchen, teilen sich den Raum. Die Verbindung hier ist phänomenal stabil, was diesen Ort zur ersten Anlaufstelle macht, wenn man größere Dateien verschicken muss oder ein Videotelefonat plant, ohne das Datenvolumen zu sprengen.

Wer sich eher im Norden der Stadt aufhält, etwa in Kaiserswerth, wird feststellen, dass der digitale Ausbau hier etwas gemütlicher vorangeht. Zwischen den Ruinen der Kaiserpfalz und den historischen Fachwerkhäusern dominieren eher die privaten Netze der Cafés. Doch auch hier gibt es vereinzelte Punkte, an denen die Stadtwerke ihre blauen Schilder montiert haben. Es fühlt sich hier alles etwas entschleunigter an. Man sitzt am Klemensplatz, trinkt eine Schorle und wartet einen Moment länger, bis die Webseite geladen ist. Das passt zum dörflichen Charakter dieses Stadtteils, wo die Uhren ohnehin ein bisschen langsamer ticken als auf der trubeligen Kö.

Praktische Tipps für den digitalen Stadtbummel

Damit der Ausflug ins kostenlose Internet nicht zur Frustfalle wird, sollte man ein paar Dinge beachten. Die Bluespots haben oft eine zeitliche Begrenzung pro Sitzung, meist sind es 30 oder 60 Minuten. Danach muss man sich kurz neu verbinden. Das ist kein großes Ding, aber mitten in einem Download nervig. Zudem sollte man, wie in jedem öffentlichen Netzwerk, vorsichtig mit sensiblen Daten umgehen. Banking auf der Parkbank ist zwar technisch möglich, aber nicht unbedingt ratsam. Wer eine VPN-Verbindung nutzt, ist auf der sicheren Seite und kann die Vorzüge des Gratis-Netzes ohne Bauchschmerzen genießen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Hardware. Viele der älteren Bluespots senden nur im 2,4-GHz-Band. In einer Stadt wie Düsseldorf, in der gefühlt jedes Haus zehn eigene Router betreibt, ist dieser Frequenzbereich oft völlig überlaufen. Wenn das Handy also eine Verbindung anzeigt, aber nichts durch die Leitung geht, lohnt es sich oft, ein paar Schritte weiterzugehen. Manchmal macht ein Standortwechsel von nur zehn Metern einen gewaltigen Unterschied aus, weil man dann plötzlich im Schatten eines anderen Senders steht oder eine direkte Sichtverbindung zum Router hat. Man sieht dann oft Leute, die ihre Smartphones wie Wünschelruten in die Luft halten, ein amüsanter Anblick, der zum modernen Stadtbild einfach dazugehört.

Hier sind einige Orte, an denen die Verbindung erfahrungsgemäß besonders gut funktioniert:

  • Marktplatz vor dem Rathaus: Trotz der historischen Kulisse ist die Technik hier modern. Ideal, um beim Warten auf das Glockenspiel kurz die Mails zu checken.
  • Corneliusplatz: Am nördlichen Ende der Kö gelegen, bietet dieser Platz nicht nur eine tolle Sicht auf den Kaufhof an der Kö, sondern auch exzellentes WLAN durch die umliegende Gastronomie und städtische Punkte.
  • Bilker Allee: Im Szeneviertel Unterbilk gibt es viele kleine Spots, die oft von den lokalen Cafés in Kooperation mit der Stadt betrieben werden. Hier ist die Atmosphäre entspannter und weniger touristisch.
  • Flughafen Düsseldorf: Zugegeben, das ist ein Stück außerhalb, aber das WLAN dort ist eines der besten der Stadt, falls man während eines Zwischenstopps arbeiten muss.

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